Jülich: Cambio Carsharing eröffnet zweiten Standort in Jülich

Jülich: Cambio Carsharing eröffnet zweiten Standort in Jülich

Anschaffungs- und Unterhaltungskosten, Geld für die Versicherung, für den Parkplatz, für Reparaturen — der Besitz eines eigenen Autos kann ganz schön teuer sein. Hinzu kommt die Belastung der Umwelt. Wen solche Gedanken plagen und dennoch nicht auf Mobilität verzichten will, ist beim Aachener Unternehmen Cambio gut aufgehoben. Denn das bietet CarSharing an — in Jülich jetzt auch an einer zweiten Station am Schlossplatz.

CarSharing ist eine besondere Art der Autovermietung. Mit dem Ziel, die Verkehrsbelastung der Innenstädte zu reduzieren. „Spielplätze statt Parkplätze, mehr Ruhe statt Lärm, frische Luft statt Abgase“, umschreibt Gisela Warmke als Geschäftsführerin die Philosophie der Stadtteil-Auto-CarSharing-Firma, die seit 22 Jahren im Geschäft ist, rund 95 Fahrzeuge in insgesamt 13 deutschen und 13 belgischen Städten unterhält. Diese Fahrzeuge stehen an dezentralen Stationen.

Im Mai letzten Jahres wurde auf dem Solar-Campus die erste Cambio-Station eröffnet.

In Jülich jetzt neu in bester Citylage, direkt an der oberen Kölnstraße, sind zwei reservierte Stellplätze. Dort warten zwei schicke Mittelklassewagen auf künftige Fahrer. „Unser Prinzip ist ganz einfach. Sie lassen sich registrieren, werden damit Mitglied ohne sich zeitlich festzulegen. Mit der Cambio-Card erhalten sie dann Zugang zu ihrem gebuchten Auto“, erläuterte Gisela Warmke das Prozedere. Nach der Fahrt wird der Wagen wieder an der Station abgestellt.

Bei der Präsentation bedankte sie sich beim Planungsausschuss der Stadt Jülich, der die Anmietung der beiden Stellplätze ermöglicht hatte — mit der Auflage, diese bei Stadtfesten oder anderen Aktivitäten der Werbegemeinschaft frei zu lassen. Bürgermeister Heinrich Stommel begrüßte, dass die Aachener Firma Jülich als erste Stadt unter 100.000 Einwohnern für das Projekt auserkoren hat. „Solche Projekte helfen, die Verkehrsprobleme zu entschärfen, sie sind umweltfreundlich. Und die Verdichtung von Standorten macht das Handling noch leichter“, sagte Stommel.

Wobei er von Prof. Volker Sander vom FH-Campus Jülich Unterstützung erhielt. Er war es, der die eigentliche Idee hatte und im Vorjahr an Cambio herantrat. „Wir sind an insgesamt vier Standorten in Köln, Aachen und Jülich vertreten. Wir wollen unseren Gastdozenten, Mitarbeitern aber auch den Studenten Mobilität ermöglichen, ohne über eigene Fahrzeuge zu verfügen“, erläuterte er. So wurde im Mai letzten Jahres am Jülicher Campus die erste Station eröffnet. Und zur Eröffnung des zweiten Standortes auf der Kölnstraße kam er mit der Cambio-Card in der Hand an, schließlich musste er weiter nach Aachen. Dort wird er dann den in Jülich gebuchten Wagen abstellen.

Testphase

Bis zum 1. Juli können Interessierte das CarSharing in Jülich testen. „Ohne die sonst übliche Anmeldegebühr von 30 Euro zu zahlen“, fügt die Geschäftsführung hinzu. Eine lange Bindung gibt es nicht, der Nutzungsvertrag kann mit zwei Wochen Kündigungsfrist zum Monatsende wieder beendet werden. Es gibt Tarife für Viel- oder Wenigfahrer, für Privatleute oder für Firmen. Für eine Testzeit bietet die Firma einen Starttarif an, der drei Euro pro Monat beträgt.

Die Fahrten werden nach Buchungszeit und Fahrstrecke abgerechnet und monatlich in Rechnung gestellt. Wer sich vor Ort genauestens informieren möchte, kann samstags in der Zeit von 11 bis 12 Uhr die Buchhandlung Fischer aufsuchen. Dort gibt es dann eine persönliche Beratung. Wolfgang Hommel zeigte sich nicht nur als Besitzer der Buchhandlung über die Beratung in seinem Geschäft erfreut, sondern auch als Vorsitzender des Vereins Stadtmarketing und der Werbegemeinschaft. „Es ist ein Angebot, das für sicherlich viele Menschen interessant ist. Denn so sind auch kurz entschlossene Fahrten möglich“, meinte Hommel. Dieses Angebot könne auch Firmen die Möglichkeit bieten, kurzfristig mobil zu sein, ohne ein Zweitfahrzeug anschaffen zu müssen.

Dass jedes der vier in Jülich betriebenen CarSharing-Autos das eine oder andere private oder gewerbliche Fahrzeug ersetzen wird, davon sind die Initiatoren überzeugt. So dürften zu den bisher rund 5000 Cambio-Kunden sicherlich auch einige Jülicher kommen, die kurzfristig mobil sein möchten, aber kein Auto besitzen und unterhalten wollen.

(hfs.)