Zentrale Anlaufstelle im Jülicher Zentrum: Café Gemeinsam ist wieder geöffnet

Zentrale Anlaufstelle im Jülicher Zentrum : Café Gemeinsam ist wieder geöffnet

Nach einer Atempause ist die zentrale Anlaufstelle für Wohnungslose, Menschen in Not oder Einsamkeit im Jülicher Zentrum wiedereröffnet worden.

„Dreieinhalb Jahre hat es gut geklappt“, sagte Yorck Sommereisen, Geschäftsführer des Trägervereins Invia Düren-Jülich, dann war ein „Cut“ nötig, weil es Entwicklungen gab, die nicht im Sinne der Trägergemeinschaft waren, zu der auch die Jülicher Pfarre Heilig Geist, die Evangelische Kirchengemeinde, das Diakonische Werk Jülich sowie das Christliche Sozialwerk Jülich gehören.

Immer mehr Suchtkranke trafen sich in der Stiftsherrenstraße und hätten zum Beispiel viele ältere Menschen abgeschreckt. Das war vor vier Monaten die Erklärung für die Atem-, die auch eine Denkpause war.

Seit Dienstag erstrahlt das Café Gemeinsam im neuen Glanz, ist frisch renoviert. Ähnliches gilt auch für das Konzept, das nun auf diese Formel gebracht wird, wie Thomas Kreßner, evangelischer Pfarrer im Ruhestand erklärte: „Ein gewaltfreier Treffpunkt, wo Toleranz, Respekt und Wertschätzung gelebt werden sollen.“ Die Einrichtung, die in der Vergangenheit regelmäßig und intensiv von Hilfesuchenden genutzt wurde, ist nun drei Mal die Woche von 9 bis 13 Uhr geöffnet: dienstags, mittwochs und donnerstags.

Segnete die neuen Räume in der Stiftsherrenstraße ein: der Jülicher Pfarrer Josef Wolff. Foto: Uerlings

Wer wohnungslos, in einer finanziellen Notlage oder einsam ist, findet in der Anlaufstelle nicht nur ein wenig Gemeinschaft, sondern laut Thomas Kreßner auch „ein Brötchen“, etwas zu trinken, die Gelegenheit zu duschen und Wäsche zu waschen und — das sei nicht zu unterschätzen — unter Umständen auch eine Postadressse. Mit dem Leiter der Einrichtung, Dieter Bürger, stehe ein kompetenter Ratgeber und Wegweiser durch den Dschungel an Hilfsangeboten, Behörden-Auflagen oder Zuhörer auf zwischenmenschlicher Ebene zur Verfügung. Kreßner: „Wer nicht mehr weiter weiß, geht zu Herrn Bürger!“

Neues Dreier-Team

Der steht nun nicht mehr allein, sondern wird von zwei hauptamtlichen Kolleginnen unterstützt. Die gut vernetzte Jülicherin Emily Willkomm-Laufs und Jenny Müller gehören zum Team im Café Gemeinsam.

Den kirchlichen Segen spendete der Einrichtung am Dienstag der Jülicher Pfarrer Josef Wolff. Ihm sei das Wort von Mutter Teresa („Kennst Du die Armen Deiner Stadt“) im Vorfeld durch den Kopf gegangen, sagte Wolff. Besonders schlimm sei ein Zustand der Beziehungslosigkeit oder ausgeschlossen zu sein. „So verstehe ich das Café Gemeinsam: als Platz zusammenzukommen und Hemmschwellen abzusenken.“

Diese Neigung verspürten am Dienstag einige Passanten und Stammbesucher, die das „neue Café“ einmal näher betrachten wollten — und sicher auch von den inhaltlich passenden Stücken angelockt wurden, die die Jülicher Musikerin Virginia Lisken bei der Eröffnungsfeier sang. Sie waren nämlich bis auf die Straße gut zu hören. Die nicht besonders großen Räume platzten fast aus den Nähten, zumal von den Trägern der Einrichtung und den zahlreichen befreundeten sozialen und ehrenamtlichen Initiativen viele Frauen und Männer der Einladung gefolgt waren.

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