Jülich: Café Contact des Jülicher Arbeitskreises Asyl ist als Alternative gedacht

Jülich: Café Contact des Jülicher Arbeitskreises Asyl ist als Alternative gedacht

Seit 30 Jahren ist der Arbeitskreis Asyl aktiv. Monatlich treffen sich rund zehn Helfer im Bonhoeffer-Haus, tauschen sich aus, planen Hilfsangebote.

Auch wenn die grundsätzliche Arbeit im Laufe der Jahre gleich geblieben ist, gibt es Veränderungen. Früher habe es viele Vorbehalte gegenüber den Flüchtlingen gegeben, sagt Gründungsmitglied Barbara Simons und freut sich, dass heute die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sehr groß sei. Nicht nur die Flüchtlingszahlen sind gestiegen, auch die Zahl der Menschen, die ihre Unterstützung anbieten sei hoch, habe sich nahezu verdoppelt.

Andere Betreuungsmöglichkeit

Und trotzdem sei eine 1:1-Betreung der Asylbewerber nicht mehr möglich. Persönliche Besuche und Kontakte kann der Arbeitskreis nicht mehr leisten. So ist die Idee für eine Alternative gereift. Ab dem 19. Februar wird es im Bonhoeffer-Haus ein Internationales Café geben. Geplant ist ein Austausch und Kennenlernen zwischen Helfern, Flüchtlingen und Interessierten an jedem 1. und 3. Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr. Nun suchen nicht mehr die Helfer die Flüchtlinge auf, sondern umgekehrt die Flüchtlinge kommen zu den Helfern, können sich in dieser neuen Begegnungsform auch untereinander im Café kennenlernen, erhalten Hilfe und Informationen.

In ungezwungener Atmosphäre wird ermittelt, wer welche Unterstützung braucht und bieten kann. In Rechtsfragen werden die Asylbewerber an Freya Lüdeke weitergeleitet, Asylberaterin des Diakonischen Werkes. Vorstellbar sei auch eine gegenseitige Hilfe der Flüchtlinge bei Sprachproblemen, Menschen mit Fremdsprachenkenntnisse könnten anderen helfen oder ihre Erfahrungen in Deutschland an Neuankömmlinge weitergeben.

Das Café ist auch als Anlaufstelle gedacht für diejenigen, die Asylbewerbern helfen wollen. Bei Getränken und Kuchen sind erste Kontakte oder die Vermittlung von Partnerfamilien möglich.

Der Arbeitskreis Asyl hat langjähriger Erfahrung in der Flüchtlingsarbeit, gibt gerne sein Wissen an neue Helfer weiter. Das Café ist auch als Treffpunkt für Familien mit Kindern gedacht, ist offen für Asylsuchende wie Flüchtlinge aus Jülich und dem Nordkreis sowie Deutsche.

Begegnung auf Augenhöhe

Freya Lüdeke merkt im Gespräch an, dass es eine tolle Sache werden könne, den Flüchtlingen auf Augenhöhe zu begegnen. Dabei sei zu bedenken, dass es den Flüchtling an sich nicht gebe. Die Menschen unterschiedlichen Berufs- und Bildungsstand hätten, unterschiedlicher sozialer und ethnischer Herkunft seien. Asylbewerber halten sich in Deutschland auf, weil sie religiöse Verfolgung, politische Unterdrückung und Krieg erlebt hätten. Dazu komme häufig ein schwieriger Fluchtweg.

Diese Kenntnis solle aber niemanden abschrecken, im Gegenteil könne eine Kontaktaufnahme die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.

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