Abo-Plus im Museum: Bunte Regenbogenfische, Seepferdchen und ein Megalodon

Abo-Plus im Museum : Bunte Regenbogenfische, Seepferdchen und ein Megalodon

Im Rahmen unserer Sommertour für Junge Leser gestalten Kinder mit Glasscherben eine schillernde Unterwasserwelt im Glasmalereimuseum in Linnich.

Es ging um schillernde Unterwasserwelten, um Seesterne, Muscheln und Seepferdchen, um Delfine, Quallen und Regenbogenfische. Ursula Rings vom museumspädagogischen Team des Glasmalereimuseums hatte vermutlich nicht damit gerechnet, dass Timo (11) und Fabian (9) beim Thema Meer und Unterwasserwelt sofort an einen Megalodon denken mussten. „Das ist eine ausgestorbene Haiart, die es vor drei Millionen Jahren gegeben hat“, erklärt Timo. „Das finde ich spannend, fast so spannend wie Dinosaurier. Und unten darunter mache ich noch ein U-Boot. Im Meer wird ja auch geforscht.“

Bei der dritten Sommertour unserer Zeitung hatten jungen Leser Gelegenheit, mit Glasscherben, Farbe und Silikon Bilder zu gestalten. Vorher haben sie sich noch kurz über das Museum informiert. „Da, wo heute das Glasmalereimuseum steht“, hat Ursula Rings den Kindern und ihren Großeltern erklärt, „stand früher eine alte Getreidemühle.“ 1983 hat die Stadt Linnich die Mühle gekauft, drei Jahre später entstand die Idee, dort ein Glasmalereimuseum einzurichten. Ursula Rings: „Die älteste Glasmalereiwerkstatt Deutschlands, die Firma Oidtmann, hat in Linnich ihren Sitz und zwar direkt in der Nähe unseres Museums. Es gibt also hier eine lange Tradition der Glasmalerei.“

Viel mehr Lust als auf Theorie hatten die Kinder auf Praxis und sehr schnell verwandelten sie die weißen Leinwände mit blauer und grüner Farbe in ein schillerndes Meer. Dabei war es wichtig, die Leinwand vorher gründlich zu wässern, damit die Farben schön verlaufen und wirklich ein bisschen wie das Meer aussehen. „Dass wir heute einen Fön brauchen, hätte ich ja nicht gedacht“, sagte Kutullo (11) und lacht. „Aber die Leinwand muss ja trocken sein, damit wir die Glasscherben aufkleben können.“ Kutullo hat einen großen Fantasiefisch auf ihre Leinwand gezeichnet, der Schülerin aus Düren ist es wichtig, dass ihr Bild nur aus Blautönen besteht.

Die kleine Lena hat mit Unterstützung von Museumspädagogin Ursula Rings einen Fantasiefisch gebastelt. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

„Ein bisschen ist das wie ein Puzzle“, sagt das Mädchen. „Man muss schon die passenden Glasscherben finden, damit sie möglichst eng aneinander passen und kaum Zwischenräume entstehen.“ Lena (7), die mit ihren Großeltern aus Merzenich nach Linnich gekommen ist, hat für ihre Unterwasserwelt auch einen großen Fisch gemalt. Sie möchte ihr Bild ihrer Schwester schenken. „Die hat zwei Wochen eine Sprachreise gemacht“, erzählt Lena. „Das Bild wird mein Willkommensgeschenk für sie.“

Und Timo und Fabian? Die brauchen für den Megalodon und das U-Boot vor allem Glassteine in schwarz und grau. „So sah dieser Hai eben aus“, sagt Fabian. „Ich möchte das möglichst naturgetreu darstellen.“ Zum Aufkleben haben die Kinder übrigens Silikon benutzt. „Das Silikon wir nach dem Trocknen durchsichtig“, erklärt Ursula Rings. „Das sieht einfach sehr schön aus.“ Den Kindern hat die Arbeit mit Leinwand, Farbe und Glas jede Menge Spaß gemacht. Einige haben ihre Werke noch mit Sand und Muscheln verziert.

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