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Spenden für Flutopfer: Bürgerschaftshilfe ausgezahlt

Spenden für Flutopfer : Bürgerschaftshilfe ausgezahlt

Die Bevölkerung spendet fast 130.000 Euro an vom Hochwasser betroffene Jülicher. Das Geld stammt von Einzelspendern, aber auch aus den aufgestellten Sammeldosen.

Vor knapp vier Wochen hat das Hochwasser die Stadt zwar nicht mit der befürchteten Wucht getroffen, aber bei vielen der Rur nahen Haushalten haben die immensen Überschwemmungen private Katastrophenfälle ausgelöst. Über 50 von ihnen konnte nun dank Spendengeldern ein wenig geholfen werden.

Insgesamt sind in den vergangenen Wochen fast 130.000 Euro an Spendengeldern auf das Konto der Stadt Jülich eingegangen. „Wir sind beeindruckt von der Hilfsbereitschaft der Menschen, die sich gegenseitig solidarisch unterstützen bei der Bewältigung der Folgen dieser Katastrophe“, so Martin Schulz als stellvertretender Bürgermeister. Mit ihm als Kopf einer Jury und mit Dezernentin Doris Vogel, Krisenstab, Steueramt und Hotline wurde nun beraten und entschieden, wie die Spendengelder sinnvoll und gerecht auf die Antragsteller aufgeteilt werden.

55 Anträge wurden von Betroffenen eingereicht. Nach der Sichtung aller eingegangenen Anträge wurden diese in unterschiedliche Schadenklassen eingeteilt und dabei die Relation der Spendensumme am Gesamtschaden ebenso beachtet wie die persönlichen Verhältnisse der Betroffenen. Der Hausbesitzer mit einer durch das Hochwasser zerstörten Heizung hat einen hohen Sachschaden erlitten, aber keinen Totalschaden wie der Mieter einer kleinen Kellerwohnung, der seine gesamte Habe verloren hat.

Für die verwitwete Rentnerin ist der Verlust der Waschmaschine eine größere finanzielle Belastung als für die Familie mit gutem Verdienst. „Alle Anträge haben ihre Berechtigung und wurden bei der Verteilung berücksichtigt, so dass keiner ohne Hilfe bleibt. Hinter jedem der Anträge steckt ein bedauerliches Einzelschicksal. Die Not der vielen Menschen hat uns berührt und wir haben uns bemüht, möglichst verantwortungsvoll im Sinne der Spender zu verteilen“, so Dezernentin Doris Vogel.

Insgesamt sind rund 300 Einzahlungen mit dem Stichwort „Hochwasserhilfe“ auf das Konto der Stadt eingegangen. „Die Zahl all der Menschen, die in der ganzen Stadt in den Sammeldosen mit so vielen Geldbeträgen mit dazu beigetragen haben, ist natürlich um ein Vielfaches höher“, sagt Martin Schulz.

Diese Sammeldosen stellte die Werbegemeinschaft Jülich in ihren Mitgliedsgeschäften ebenso auf wie auch die Bücherei, der Kulturbahnhof und der REWE-Markt im besonders betroffenen Heckfeld. „Bei uns kommen nicht nur Menschen einkaufen, die betroffen sind, sondern auch ganz viele, die die Katastrophe dicht vor Augen hatten und in ihrer Dankbarkeit über das Glück, verschont geblieben zu sein, gerne spenden – nicht nur das Wechselgeld, sondern es wurde Schein um Schein in den Schlitz der Sammeldosen gesteckt“, so Marktleiter Franz-Josef Strick.

In dieser Woche sollen die Spendengelder an die Betroffenen überwiesen werden. Die Sammeldosen stehen an einigen Stellen immer noch und auch auf das Konto der Stadt können weiterhin Spenden eingezahlt werden, was die Möglichkeit eröffnet, den einen oder anderen verspätet aufgetretenen Spendenantrag noch zu bedenken.

(red)