Aldenhoven: Bürgermeister Ralf Claßen will „weiterarbeiten wie bisher“

Aldenhoven: Bürgermeister Ralf Claßen will „weiterarbeiten wie bisher“

„Ich schlafe immer außerordentlich gut“, sagte Ralf Claßen, Bürgermeisterkandidat der Aldenhovener CDU am Montag auf die Frage nach seinem Befinden am Tag nach seinem deutlichen Sieg im ersten Wahlgang, in dem Claßen 45,6 Prozent der Stimmen eroberte.

Immerhin habe er eine halbe Stunde fürs Einschlafen benötigt, gestand der Favorit im Kampf ums Bürgermeisteramt, der bei der Stichwahl am 12. Oktober entschieden wird. Bis dahin will der Christdemokrat die Hände nicht in den Schoß legen, sondern „mit meinem Team so weiterarbeiten wie bisher“, anstehende Termine im Gemeindegebiet wahrnehmen und „die Schlagzahl hoch halten“. So will Ratsherr Claßen unter der Woche an Workshops des Leader-Projektes teilnehmen. Angesichts der „erfreulichen Ausgangslage“ nimmt der CDU-Kandidat die Favoritenrolle im Wettbewerb ums Bürgermeisteramt an.

Sein SPD-Pendant Stephan Spaltner gibt ebenfalls eine Losung für den Wahlkampf-Schlussspurt aus. „Jetzt noch Mal die Ärmel hochkrempeln“, erklärt und motiviert der parteilose Bewerber seine Mitstreiter. Es gelte, das klare Konzept der Sozialdemokraten stärker zu vermitteln und vor allem die Stammwählerschaft zu mobilisieren, die offenbar am Sonntag nicht komplett zur Wahlurne geeilt ist. Spaltner, für den 1539 Wähler gestimmt haben, hatte sich nämlich ein besseres Ergebnis als die 29 Prozent der abgegebenen Stimmen erhofft. Um das Steuer herumzureißen, sollen seine Vorstellungen in den kommenden Tagen noch besser ins Wahlvolk transportiert werden.

Unterdessen hat sich Dieter Froning, Vorsitzender der FWG-Fraktion im Aldenhovener Gemeinderat, zu den Perspektiven an der Spitze im Rathaus geäußert. Einerseits hätte sich Froning einen Wahlsieger gleich im ersten Wahlgang am Sonntag gewünscht, andererseits rät er den Bürgern dazu, in der Stichwahl Ralf Claßen ihre Stimme zu geben.

Monika Müller, Vorsitzende der Fraktion Grüne/Linke, bedauerte das Ausscheiden von Lothar Tertel aus dem Rennen ums Bürgermeisteramt, für das er der kompetenteste Kandidat gewesen sei.

Das sahen die Wähler offenbar anders, die Tertel lediglich 1353 Stimmen gaben. „Es hat nicht sollen sein“, nahm der scheidende Bürgermeister das Ergebnis am Montag schon gelassener. Die Mitbewerber hätten einfach mehr Wähler an die Urne gebracht. Warum es bei ihm nur 25,5 Prozent waren, dafür hatte er indes (noch) keine Begründung. Auch möchte er seinen Freunden und Befürwortern bislang keine Empfehlung geben, wo sie seiner Meinung nach bei der Stichwahl ein Kreuz machen sollen. Tertel hatte nach eigenen Worten zwar mit einer Stichwahl gerechnet, doch auch mit seiner Teilnahme an dem Entscheid. Nun muss er sich an den Gedanken gewöhnen, dass in drei Wochen sein Ruhestand beginnt. Bis dahin wird er seinen Resturlaub nehmen, seinen Schreibtisch im Rathaus leeren, eine ordentliche Aktenübergabe an seinen Nachfolger vorbereiten und sich nach 37 Dienstjahren in der Gemeindeverwaltung angemessen von der Kollegenschaft verabschieden.

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