Jülich: Bürgerbusverein: Fahrplan und Organisation stehen fest

Jülich: Bürgerbusverein: Fahrplan und Organisation stehen fest

Rund 25 Personen inklusive Vorstand fanden sich zur zweiten Jahreshauptversammlung des neu gegründeten Vereins „Bürgerbus Jülich“ im Jülicher Rathaus ein. Nicht nur Vorsitzender Klaus Krüger hatte mit „ein bisschen mehr Andrang gerechnet“, auch wenn einige krankheitsbedingt fehlten, wie Claudia Tonic Cober, eine der Ansprechpartnerinnen der Stadt Jülich, einwarf.

Zusätzlich zum bereits gewählten Vorstand bestimmte die Versammlung Barbara Giesen und Heinz Trowski zu Beisitzern. Den Vorstand stellen damit neben den bereits Genannten: Vorsitzender Klaus Krüger und sein Vize Dr. Klaus Biswanger, Kassenführer Wolfgang Müller und die Beisitzer Klaus Röhe und Franz Schopen.

Als Kassenprüfer für zwei Jahre stellte sich Helmut von Wirth, als Kassenprüfer für ein Jahr Thorsten Fuhrmann zur Verfügung. Krüger präsentierte die Satzung und nahm als Hintergrundinformation Stellung zu Grundsatzfragen. Er ging er auf Vorteile, Aufgabenverteilung und Organisationsforum mit Finanzierung und Zuschüssen ein. Des Weitern standen Tarif, Fahrzeuge, Fahrer und Fahrplan auf der Tagesordnung.

Zusammengefasst gleicht der von einem privaten Verein organisierte Bürgerbus Lücken im öffentlichen Personennahverkehr aus. Er bindet Ortschaften und Stadtteile an die kommunale Infrastruktur und an den regionalen Linienverkehr an. Konkret in Jülich sei eine Erweiterung des Nahverkehrs aufgrund allgemeiner Finanzknappheit schwer zu realisieren. Demnach sei die Erschließung nur durch das zusätzliche Angebot einer Kleinbuslinie möglich.

Tragende Säulen des Bürgerbus-Systems sind der Bürgerbusverein, das Verkehrsunternehmen Dürener Kreisbahn, und zwar als Konzessionsnehmer, Fahrzeughalter und Bindeglied zu den zuständigen Behörden, und die Stadt Jülich. Letztere hat durch Ratsbeschluss sichergestellt, dass sie für den Verlustausgleich sorgt, und schafft damit die Voraussetzung für Zuschüsse.

Auch sie ist Bindeglied zur Bezirksregierung und Ansprechpartner bei Problemen und in der betrieblichen Vorbereitung. Das Land NRW unterstützt das System mit 40.000 Euro für die Erstbeschaffung des Fahrzeuges und fördert ein Nachfolgefahrzeug nach mindestens fünf Jahren und mindestens 300.000 Kilometern oder nach sieben Jahren.

Auf Frage aus der Versammlung sagte Krüger, man könne mit 40.000 Euro ein Fahrzeug „rudimentär bestücken“. Obwohl der Vorstand für die zumeist älteren Fahrer einen gewissen Komfort im Fahrzeug anstrebt, zeigte sich Krüger entschlossen, „nicht auf Pump zu starten“. Zudem gewährt das Land einen jährlichen Organisationskostenzuschuss von 5000 Euro.

Die Jülicher Linie verfügt über einen eigenen Bürgerbustarif und regelt die Abrechnung selbst. Beim Umsteigen in eine andere Linie muss erneut bezahlt werden.

Krüger zählte 14 Personen, die sich als aktives Mitglied für den Fahrdienst zur Verfügung stellen. Sein Kommentar: „Da werden wir noch einiges dran arbeiten müssen.“ Der Vertragsentwurf liegt vor, der Bürgerbus „steht kurz vor der Bestellung“; noch nicht abschließend geklärt ist die Sicherung eines Ersatzfahrzeuges.

Auf besonderes Interesse stießen die Fahrplan-Entwürfe: Linie 1 bedient die Innenstadt und die südlichen Stadtteile. Ihre Fahrtstrecke vorbei am Bahnhof Jülich-Süd, Krankenhaus, Forschungszentrum, Friedhof, Rathäusern, Seniorenheimen und Verbrauchermärkten misst 28 Kilometer. Linie 2 soll 18 Kilometer durch die nördlichen Stadtteile Broich und Koslar fahren, tangiert Brückenkopf-Park, Bahnhof, Friedhof, Neues Rathaus und Verbrauchermärkte. Wichtig ist hierbei, wie Vize Dr. Klaus Biswanger betonte: „Da, wo regelmäßig Linienverkehr ist, dürfen wir nicht fahren.“

Vermehrten Diskussionbedarf fand der Mitgliederbeitrag. Die Versammlung entschied sich für die Einteilung in aktive und passive Mitglieder. Aktive, also Fahrer, müssen keinen Beitrag zahlen, passive Mitglieder zahlen zwei Euro pro Monat. Im Internet tritt der Bürgerbusverein „unter der Stadt Jülich auf.

(ptj)