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Aldenhoven: Bürgerbegehren gegen Schulumzüge in Aldenhoven

Aldenhoven : Bürgerbegehren gegen Schulumzüge in Aldenhoven

Der vom Gemeinderat beschlossene Gebäudetausch zweier Schulen in Aldenhoven im Sommer 2019 schlägt hohe Wellen. Er wurde vor einer guten Woche von den Kommunalpolitikern in nichtöffentlicher Sitzung noch einmal bekräftigt, obwohl der Wechsel der Gemeinschaftsgrundschule Aldenhoven (GGS) an den Standort der Gesamtschule (GAL) — und umgekehrt — von Eltern und Lehrern, vor allem aber den Schulpflegschaften heftig kritisiert wird.

Am Donnerstag haben die Mitwirkungsorgane beider Schulen ein Bürgerbegehren in Gang gesetzt, das die Umzüge beider Einrichtungen verhindern soll.

Robertz Lenzen, Lutz Hogen, Thomas Schneiders und Pamela Schmidt (alle Grundschule) überreichten Bürgermeister Ralf Claßen die Unterlagen, die auch von Bettina Rosarius (GAL) unterzeichnet sind. Eigentlich beginnt nun eine sechswöchige Frist, in der die Initiatoren neun Prozent der Gemeindeinwohner zur Unterschrift bewegen müssen. Das sind 1250 von 14.100 (gerundet).

Diese Frist ruht aber so lange, bis die Verwaltung die für ein Bürgerbegehren gesetzlich erforderlichen Kostenschätzungen liefert. Dabei wird der gesamte Umzugsaufwand zweier Schulen dem eines Verbleibs am Standort (mit dann notwendiger Sanierung) gegenüber gestellt.

Schon am Donnerstag beim Bürgermeister traten Verwaltung und Eltern in einen Dialog, der nach den Osterferien in großer Runde fortgesetzt werden soll. Bürgermeister Ralf Claßen: „Es wird ein Gesprächsangebot geben, darüber herrschte auch Einigkeit im Rat.“ Das sei im Sinne der Eltern, die das bislang vermisst hätten, erklärten die Pflegschaftssprecher. Das Bürgerbegehren begründete Thomas Schneiders so: „Wir wollen den Schulumzug ad acta legen, eine offene Diskussion anregen, daran teilhaben und auch Vorschläge liefern. Daher müssen wir das Ganze erst mal stoppen.“

Hintergrund des Tauschplans ist wohl die Sorge in weiten Teilen des Rates, dass Aldenhoven als Standort einer weiterführenden Schule (GAL) gefährdet sein könnte, wenn nicht alle genehmigten Klassen (4) auch im Ort beschult werden. Derzeit sind es nur drei, denn der achte Jahrgang ist nach Linnich gewechselt. Holt man ihn zurück, reicht aber der Platz nicht aus, was durch einen Gebäudetausch zu lösen wäre — technisch.

Bürgermeister Claßen sagte, dass er anfangs diese Sicht geteilt hätte, aber seit einiger Zeit den Standpunkt vertritt, dass der achte Jahrgang in Linnich bleiben könnte. Der Rat sieht‘s anders. Zumindest tauschen sich alle Seiten bald aus, nun mit dem Druck eines Bürgerbegehrens.

(-vpu-)