Bürger sind eng verbunden mit St. Nikolaus

Gotteshaus seit Anfang 2017 gesperrt : Eng verbunden mit St. Nikolaus

Die Kirche St. Nikolaus Lucherberg ist seit Januar 2017 geschlossen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Seinerzeit war die Rissbildung so groß, dass aus Sicherheitsgründen dort seither keine Messen mehr gefeiert worden sind.

Von Pfarrer Heinz Portz, Leiter der GdG Inden/Langerwehe, war am Montag auf Anfrage zu hören, dass darüber Näheres und Neueres frühestens Ende September, Anfang Oktober zu erfahren sei. Immerhin sind die Uhren im Kirchturm, die lange verschiedene Zeiten angezeigt hatten, zwischenzeitlich instand gesetzt worden.

Zwar wird bereits 1533 in Lucherberg eine Kapelle erwähnt, Näheres ist aus dieser Zeit indes nicht bekannt. Die Kapelle war jedenfalls ein Teil der Pfarrgemeinde Pier und wurde 1857 abgebrochen. Zu dieser Zeit gab es eine Pfarre Lucherberg im Kanton Düren, die 1804 bei der Errichtung des Bistums Aachen aufgeführt wird. 1857/58 wurde nach Plänen von Baumeister Heinrich Kelleter und als Ersatz für die Kapelle ein Neubau errichtet, der bei den verheerenden Bombenangriffen auf Düren und Jülich im November 1944 ebenfalls mit einigen Sprengkörpern bedacht und schwer beschädigt wurde.

Auf den alten Fundamenten

Die enge Verbundenheit der Lucherberger zu ihrem Gotteshaus offenbarte sich nach Kriegsende, als bereits 1948 der Wiederaufbau von St. Nikolaus auf den alten Fundamenten in Angriff genommen wurde. Umgerechnet 180.000 bis 200.000 Mark kostete dieser Kraftakt, in den sehr viel Eigenleistung der Gläubigen floss, etwa in Form von Hand- und Spanndiensten. Mit Laurenz Grobusch, einziger noch lebender Gründer des Geschichtsvereins Inden, gibt es einen Zeitzeugen, der eine Anekdote aus der Wiederaufbauphase beisteuern kann.

Dechant Körfer aus Wenau, der die Kirche einsegnen sollte, hatte wohl moniert, dass dem Bau noch ein Kreuz auf dem Dach fehle. Um diesem Umstand abzuhelfen, machte sich Hubert Moioli, Vorarbeiter der mechanischen Werkstatt der Brikettfabrik Lucherberg, in einer Nacht- und Nebelaktion daran, aus zwei Fahnenmasten das gewünschte Kreuz zu erstellen.

Oberingenieur Pauluschat, der damalige Betriebsleiter, wusste von diesem Sondereinsatz, der stillschweigend geduldet wurde, wie Grobusch 1960 vom Kreuz-erbauer erfuhr. Hubert Moioli habe ihm die Herkunft des Kreuzes seinerzeit geschildert, verbunden mit einer Lebensweisheit, die das Zeug zum geflügelten Wort hat, das bis heute Gültigkeit besitzt: „Der Dank des Vaterlandes wird Dir ewig hinterherlaufen, Dich aber nie erreichen.“

So schmückte das Kreuzprovisorium auch den Turm von St. Nikolaus Lucherberg, als Bischof Dr. Johannes Pohlschneider das erneuerte Gotteshaus am 11. August 1951 einweihte. Der Urheber wurde indes nie genannt. Das Kreuz sollte sich als äußerst langlebig erweisen, denn es wurde erst bei einer Renovierung in den späten 1970er Jahren durch ein Exemplar aus Edelstahl ersetzt.