Jülich: Brückenkopf-Park nutzt Aufwind auch zu einer Örtchen-Offensive

Jülich: Brückenkopf-Park nutzt Aufwind auch zu einer Örtchen-Offensive

Auf das historische Tief folgte im Brückenkopf-Park Jülich ein Fünf-Jahres-Hoch: Die Saison 2014 hat die städtische Freizeiteinrichtung mit den höchsten Besucherzahlen seit langem abgeschlossen: Über 204.000 Gäste wurden erfasst.

Zum Vergleich: Im Jahr davor waren es rund 163.000. Das ist ein Plus von 25 Prozent, allerdings in Bereiche, die einmal gang und gäbe waren. Ein Teil der Erklärung: In der neuen Jahresbilanz sind erstmals auch die Kunden des Jufa-Gästehauses, die mit ihren Übernachtungen einen Obolus für die Parkbenutzung zahlen. Aus diesem Aufwind speist sich eine Aufbruchstimmung bei den Verantwortlichen am Lindenrondell. In den letzten Monaten wurde endlich eine „Dauerbaustelle“ beseitigt, die seit Jahren für Kritik sorgte: der Zustand der Toiletten auf dem gesamten Gelände.

Alle „Örtchen“ wurden nach Angaben von Geschäftsführerin Dorothee Esser renoviert, was auch bitter notwendig gewesen ist. Die Erneuerung hat der Multifunktionsplatz (u.a. Fuß- und Basketball) bereits hinter sich. In Kürze wird auch der Minigolfplatz — laut Dorothee Esser ein „Publikumsmagnet“ — grundlegend aufgefrischt. Der Aufsichtsrat der Brückenkopf-Park GmbH habe zudem einem „komplett veränderten Pflegekonzept“ für die Grünflächen zugestimmt, informierte Esser weiter, allerdings noch ohne Details zu nennen. Mit Hilfe des Brückenkopf-Vereins werde sich zudem im Zoo „einiges bewegen“, was die Renovierung und Neugestaltung von Gehegen beinhaltet.

Das Publikum, das den Park in Jülich ansteuert, muss sich auf erhöhte Eintrittspreise einstellen: Erwachsene zahlen seit dem offiziellen Saisonstart am 1. März 6 Euro, Kinder über einem Meter Größe 4 Euro, kleinere Kinder zahlen nichts. Das Familienticket kostet 13,50 Uhr für zwei Erwachsene und ein Kind oder einen Erwachsenen und zwei Kinder. Das beinhaltet natürlich auch die Nutzung des Energieerlebnis-Pavillons nicht nur bei schlechtem Wetter.

Für die Geschäftsführung erklärte Dorothee Esser, dass sich der Jülicher Park nun verstärkt der Erschließung einer neuen Zielgruppe neben den Familien widmen werde: den Senioren. Über 65-Jährige zahlen jetzt schon einen Euro weniger Eintritt. Künftig soll es weitere Aktionen geben. Hier wird ein Studentenprojekt aufgelegt. Dorothee Esser warb aber zum Saisonstart im Park um Rückmeldungen von den reiferen Parkbesuchern: „Was können wir verbessern — praktisch wie inhaltlich?“ Mit dem Seniorenbeirat der Stadt bestehe schon eine Kooperation.

Auch das Jahresprogramm beinhaltet einige Neuerungen. Die erste „Jülicher Holzhacker-Meisterschaft“ am 16. August ist ein Beispiel und umfasst neben dem Umgang mit Äxten, Beilen und Sägen weitere eher grobschlächtige Wettkämpfe. Die Meisterschaft fand bisher in Neuss statt und dürfte auch in Jülich zahlreiche Zuschauer locken. Die Park-GmbH hat zudem einen neuen Kooperationspartner für Märkte, die im August und September stattfinden. Eine diese Veranstaltungen klingt besonders vielversprechend: ein nostalgischer Adventsmarkt in der Südbastion. Über Details und auch die Osterferien-Angebote berichten wir noch gesondert.