Jülich: Brillanter Einstieg in neue Theater-Reihe

Jülich: Brillanter Einstieg in neue Theater-Reihe

Die erste Vorstellung der neuen Jülicher Abo-Reihe wurde zum vollen Erfolg. Das Konzept des neuen Verantwortlichen Christoph Klemens ging auf. Die neuen Wege, die er geht, werden vom Abo-Publikum offensichtlich akzeptiert.

Neue Spielorte

Eine Abstimmung mit den Füßen gab dem Theaterbeirat und dem Verantwortlichen Recht. Über Monate haben sie gekämpft, um für die Stadt Jülich und Umgebung eine Theaterreihe zu erhalten. In Christoph Klemens von der Brückenkopf-Park gGmbH fanden sie einen Mitstreiter und Verbündeten. Mit großer Kreativität und Flexibilität erstellte er ein Programm, das von einem Highlight zum Nächsten große Vorfreude weckt. Finanziell hat er die Reihe durch unterschiedliche Spielorte und neue Geldquellen ermöglicht.

Mit dem Grenzland-Theater Aachen gelang zum Einstieg in die Saison der große Wurf. Im vollbesetzten PZ des Mädchengymnasiums Jülich gastierte das Ensemble mit der Boulevardkomödie „Die Kaktusblüte”.

Leichtes Spiel

Das leichte Spiel über die Beziehung zwischen einer jungen Frau und einem Zahnarzt in den besten Jahren, der sich zum eigenen Schutz als verheiratet mit drei Kindern darstellt, die Verwicklungen mit der Sprechstundenhilfe ließen der Spielfreude, den geschliffenen Dialogen alle Möglichkeiten offen.

Mit Charme und Eleganz

Schon das Bühnenbild war genial konzipiert. Durch leichte Verschiebungen eröffneten drei Szenenbilder jegliche spielerische Variationen und boten dem Zuschauer ein Eintauchen in das Geschehen. Die Besetzung der Rollen war genial. Der erfolgreiche Zahnarzt Julien spielte seiner jungen Geliebten einen Familienvater vor. Er verkörpert den ältlichen Liebhaber, der eigentlich an seinem Lebenswandel scheitert und glücklich bei seiner über Jahre zuverlässigen und ihm treu ergebenen Sprechstundenhilfe landet. Heinz Simon Keller spielte den smarten Doktor mit großem Charme und Eleganz.

Herzerfrischend war das Spiel der jungen Geliebte Antonia (Sonja Isemer), die zunächst aus Liebeskummer den Gashahn aufdreht, aber bald durch das Lügengespinst ihres Lovers und durch ihren gesunden Menschenverstand die Kurve kriegt und bei ihrem jungen Retter und Nachbarn Igor (Raphael Grosch) landet, der stets zur Stelle ist, wenn sie ihn braucht.

Große Schauspielkunst und Wandlungsfähigkeit zeigte Zeljika Preksaver als Sprechstundenhilfe Stephanie. Köstlich auch Gudrun May als ständig wiederkehrende Patientin der besseren Gesellschaft. Schrecklich schön! Martin Zuhr schlüpfte gekonnt in die Rolle des Patienten, der flirtend und leidend auch die Rolle des gekauften Lovers spielte.

Die Zuschauer erlebten an diesem Abend eine Theateraufführung der Superlative. Szenenapplaus, herzhaftes Lachen und ein riesiger Schlussbeifall waren der Dank für den gelungenen Einstieg in die Jülicher Theaterreihe.

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