Jülich: Brandschutz der Stadthalle kostet Jülich gut 600.000 Euro

Jülich: Brandschutz der Stadthalle kostet Jülich gut 600.000 Euro

Ob die Jülicher Stadthalle saniert oder nach einem Abriss neu gebaut wird, ist ein Thema, das nicht nur die Bürgerschaft bewegt. Der größte Veranstaltungsraum der Stadt wurde in unserer großen Umfrage jedenfalls benannt. Nun hat sich die Politik in Gestalt des Planungs-, Umwelt- und Bauausschusses bei der Sondersitzung am Mittwoch mit dem Thema beschäftigt. Kurzum: Es wird teuer — so oder so.

„Brandschutzmaßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebes“ war das von zwei Fachplanern vorgeschlagene Vorgehen überschrieben. Dazu trugen Architekt Bernd Uppenkamp und Dr. Siegfried Dauber (Haustechnik) für ihren jeweiligen Fachbereich vor.

„Die Stadthalle ist kein einfaches Gebäude“, hatte eingangs Beigeordneter Martin Schulz auf die besonderen Herausforderungen der Immobilie hingewiesen, die bereits ziemlich alt und mehrfach aus- und umgebaut worden ist sowie neben ihrer Verschachtelung noch weitere Problemzonen aufweist.

Grundlage für den vorgestellten Maßnahmenkatalog ist das Brandschutzkonzept von BFT Cognos von Dezember 2013, das grundlegende Defizite des Brandschutzes bei der Sicherung von Rettungs- und Brandangriffswegen sowie bei der Verhinderung der Ausbreitung eines Brandes bzw. von Rauch identifiziert hatte.

Im Bestand vorhanden ist bereits eine große Zahl von Brandschutzwänden, die indes den Aufwand bei der Haustechnik in die Höhe treiben, denn die bereits vorhandenen Lüftungsleitungen müssen an den Durchlässen mittels Lüftungsklappen an insgesamt 15 Stellen abgeschottet werden. Bei zwei Umkleiden, die sich im Zwischengeschoss der Stadthalle befinden und die derzeit gesperrt sind, ist ebenfalls eine brandschutztechnische Abschottung notwendig, um diese wieder nutzen zu dürfen.

Auf der baulichen Seite sind die Entrauchung von Treppenhaus und Foyer sowie die brandsichere Umkleidung von Stützen weitere neuralgische Punkte. Im Obergeschoss ist die Erstellung von Rauchabzügen übers Dach und der Austausch von Türen geplant. Die Sperrung der dort vorhandenen Empore für das Publikum soll bestehen bleiben.

Auf haustechnischer Seite ist neben den Leitungen die Abschottung der Lüftungszentrale unabdingbar. Der zugehörige Schaltschrank läuft im Notbetrieb und ist, so Dr. Dauber, „in gefährlichem Zustand“, was eine Erneuerung dringend notwendig mache.

Ein weiterer Punkt ist die Wärmeversorgung der Stadthalle, die derzeit noch von der alten Schirmerschule her erfolgt. Der Experte nannte hier zwei Möglichkeiten: Eine Mehrkesselanlage mit Gasanschluss, der noch gelegt werden müsste, oder eine separates Kesselhaus mit Öltank. Die Kosten für beide Alternativen seien in etwa gleich. Als Gesamtkosten ergibt das Maßnahmenpaket gut 600.000 Euro, woraus sich die Gretchenfrage ableitet, die Christian Klems (UWG Jül) stellte: „Sind wir bereit, so viel zu investieren?“

„Damit haben wir immer noch die alte Kiste“, sagte Beigeordneter Martin Schulz, aber im Moment gebe es keine Alternative. Eine endgültige Antwort geben wohl die Haushaltsberatungen.

(ahw)
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