Linnich: Blutkrebs: Linnich sucht einen Lebensretter für Ingo

Linnich: Blutkrebs: Linnich sucht einen Lebensretter für Ingo

Ein kleiner Piks für einen Menschen, eine große Chance auf ein neues Leben für einen anderen Menschen: Das bedeutet die Typisierungsaktion, die am Sonntag von 10 bis 15 Uhr in der Realschule im Bendenweg 19 stattfindet. Es geht um Ingo (25) aus Linnich.

Seit einigen Wochen steht fest, dass der junge Mann an einer Erkrankung des blutbildenden Systems leidet. Kurz gesagt: Er hat Leukämie, Blutkrebs. Die Behandlung läuft bereits, der Linnicher kämpft sich durch schwere Chemotherapien.

Ob die lebensbedrohliche Krankheit damit weggeht, ist ungewiss. Die besten Chancen hätte er, wenn sich ein Stammzellenspender findet. Das müsste jemand sein, dessen Bluteigenschaften so gut wie identisch sind. Ingos Familie und Freunde haben sich zusammengetan auf der Suche nach dem Lebensretter.

Offene Türen eingelaufen

„Er ist ein sehr offener Mensch, jemand, der integrierend ist“, sagt Carsten Syben, Ingos Arbeitgeber. Zwei große Leidenschaften habe Ingo: Feuerwehr und Borussia Mönchengladbach. „Viele Menschen hier bei uns kennen ihn so.“

Das haben die Sechs gemerkt, die das Organisationskomitee für die Typisierungsaktion am Sonntag bilden. „Wir sind überall offene Türen eingelaufen“, sagt Syben. Sei es Helfer für den Sonntag zu finden, die Räume in der Realschule, Geldspenden oder Kaffe, Kuchen und belegte Brötchen. Andere haben Klinken geputzt und Spenden gesammelt.

Innerhalb von gut drei Wochen stand die ganze Aktion. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) stellt das Wissen und die Experten, wie man einen solchen Tag organisiert, der Rest läuft in Linnich und Umgebung. Die Blutabnahme übernimmt der Malteser Hilfsdienst aus Jülich, denn: Blut muss fließen. Allerdings nur wenig. Für die sogenannte Typisierung sind zunächst einmal fünf Milliliter notwendig.

Mit dieser Probe macht die DKMS eine erste Untersuchung, jeder Typisierte wird mit den Gewebemerkmalen in die große Datei der möglichen Spender aufgenommen. Dass ausgerechnet bei der Aktion in Linnich der Lebensretter für Ingo gefunden wird ist zwar leider eher unwahrscheinlich. Denn die Wahrscheinlichkeiten, dass ein Mensch Spender für den anderen sein kann, liegen zwischen 1:20.000 bis 1:1.000.000. Die DKMS spricht in diesem Zusammenhang von der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Sinn von Aktionen wie der am Sonntag in Linnich ist, die Zahl der möglichen Spender immer weiter zu vergrößern. Denn je mehr Nadeln im Heuhaufen sind, desto schneller wird eine gefunden. Die Chancen, dass innerhalb der nächsten Woche mit einem Suchlauf durch die Datei ein Spender gefunden wird, kann nicht beziffert werden. Aber sie ist wohl recht hoch.

Außerdem braucht die DKMS Geldspenden. Die Untersuchung einer Blutprobe kostet etwa 50 Euro. Für Linnich erwartet die DKMS etwa 750 typisier-willige Menschen. Das bedeutet Folgekosten von 37.500 Euro. Wer kein Blut geben kann, kann mit Geld helfen.