Jülich: Bluesrock steht ab jetzt auf dem Menü des Jazzclubs

Jülich : Bluesrock steht ab jetzt auf dem Menü des Jazzclubs

Regelmäßig serviert der Jazzclub Jülich seinen Mitgliedern Dixieland und Old-Time Jazz-Musik zur Jamsession, ob in den Kellergewölben der Pulvermühle oder anderswo. Auch „klassische“ Jazzklänge stehen bei den monatlichen Konzerten des Clubs auf dem Programm, doch an diesem Freitagabend bot das musikalische Menü etwas Neues.

Der Club hatte zur Blues-Session in den Kulturbahnhof geladen. Arne Schenk und Rolf Sylvester haben sich um die Organisation im Vorfeld gekümmert und ein dreiteiliges Programm auf die Beine gestellt.

Den leider oft etwas undankbaren Job des Anheizers übernahm die Kölner Formation „Thieves in Love“. Mit Eigenkompositionen, aber auch Coverversionen von Klassikern des Blues wie „Spoonful“ — bekannt in erster Linie wohl in der Version von Cream, ursprünglich aber aus der Feder von Willie Dixon — brachten die drei Kölner den Kuba auf Betriebstemperatur.

Mit ihrem speziellen Sound, kein Bass aber zwei Gitarren, eine davon eine Quarte tiefer gestimmt, präsentierten die Musikstudenten eine ungewöhnliche und interessante Sicht auf den Blues. Unglücklicherweise, jedenfalls in diesem Fall, herrschten am Abend sommerliche Temperaturen und Sonnenschein, so dass viele Zuschauer die Musik draußen unter den Bäumen genossen.

Freundschaft+

Das änderte sich erst, als die Lokalmatadore der frisch gegründeten Hausband „Freundschaft+“ die Bühne betraten. Die Luft wurde kühler und das Publikum sammelte sich vor der Bühne, um Marcel Kanehl (Schlagzeug), Werner Kremers (Keyboard), Arne Schenk (Gitarre und Gesang) sowie Christian Schröder (Bass), der für den erkrankten Rolf Sylvester einsprang, zu hören und zu sehen.

Mit einem abwechslungsreichen Kurzprogramm nicht nur bluesiger sondern auch eher teils rockiger Stücke und wechselnden Sängern und Sängerinnen bot die Band einen hervorragenden Auftakt zur anschließenden Jamsession. Ein Highlight war dabei die von Virginia Lisken gesungene Version von Joe Bonamassas „Drive“. Guste Frey ließ es mit „Let‘s have a Party“ rocken. Und tatsächlich hatten einige Gäste ihre eigenen Instrumente im Gepäck und verstärkten spontan und abwechselnd die Band auf der Bühne, auch einige Gastsänger präsentierten ihr Talent am Mikrofon.

Als Fazit des Abends bleibt festzuhalten: Der Versuchsballon ist erfolgreich gestartet, den Zuschauern hat es gefallen und den Musikern augenscheinlich ebenso, denn diese hätten gerne noch weitergespielt. Die Blues-Session wird also hoffentlich einen festen Platz im abwechslungsreichen Terminkalender des Jülicher Jazzclubs finden. Geplant sind vier Veranstaltungen im Jahr.

(brs)
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