Blechroller ermitteln ihre Meister in der Nähe von Jülich

Deutsche Blechroller-Meisterschaft : Zwischen Müntz und Hottorf fällt Enscheidung

Die Deutsche Blechroller-Meisterschaft 2019 (DBM) wird auf der eigens dazu präparierten Landstraße zwischen Müntz und Hottorf entschieden. Am Samstag werden dort die letzten und damit entscheidenden Wertungsläufe gefahren.

Ausrichter des attraktiven und spannenden Saisonfinales sind zum dritten Mal im gemeinsamen Run der Jülicher Scooter-Club „Atomic Bridgeheads“ und der in NRW beheimatete „Sanctimonious SC“.

„Merkwürdige Clubnamen sind in der Rollerszene gang und gäbe“, erklärt Thomas Brentgens von den Lokalmatadoren. Die Herkunft des Namens des 1992 gegründeten „Sanctimonious SC“, in der Übersetzung „Die Scheinheiligen“, kann auch Mitglied André Scholz nicht näher erklären: „Ist halt so, irgend jemand wird sich damals etwas dabei gedacht haben“, sagt er lächelnd. Brentgens hingegen verrät den lokalen Bezug seines 2012 aus der Taufe gehobenen Clubs. „Atomic“ soll an das Forschungszentrum erinnern, verblüffend einfach auch die Verbindung des Begriffs „Bridgeheads“ zur Herzogstadt. „Übersetzen sie das einfach mal ins Deutsche“, empfiehlt er. Spätestens mit diesem Hinweis wird klar, es ist eine Reminiszenz an den Brückenkopf!

Was ist der Reiz an der Sache? Die nett gemeinte Frage, wie bekloppt man sein müsse, um dabei mitzumachen, fassen Brentgens und Scholz als Kompliment auf. Man sei fasziniert von der Technik der Vespas und Lambrettas der 70er-Jahre. Angefangen haben die meisten Schaltroller-Fans – die aktuell gängigen Automatikroller sind nicht unbedingt deren Ding – mit ersten Erfahrungen auf Mofas. Spätestens, als man mit 16 Jahren den Führerschein machen durfte, erfolgte der Umstieg auf die „richtigen Zweiräder“, an denen man nach Herzenslust schrauben konnte.

Zum dritten Mal in Folge sorgen Thomas Brentgens (links) von den „Atomic Bridgeheads“ und André Scholz vom „Sanctimonious SC“ mit ihren Teams für einen reibungslosen Run der Blechroller auf dem Weg zur Deutschen Meisterschaft. Foto: Guenter Jagodzinska / Max Jago

Einmal in der Szene angekommen, ist irgendwann die Leidenschaft für den sportlichen Wettkampf entstanden. Dass die Fahrzeuge in der „Prosports“-Klasse inzwischen bis zu 80 PS Leistung auf das Hinterrad bringen, ist ein zusätzlicher Ansporn. „Dabei geblieben sind wir als aktive Fahrer und Veranstalter auch wegen der tollen Kameradschaft untereinander“, bestätigen beide.

Wenn am Samstag um die Mittagszeit die Ampeln für die ersten Beschleunigungsrennen über die Achtelmeilen-Distanz auf grün springen, werden die aus dem ganzen Bundesgebiet angereisten Fahrer Adrenalin pur spüren. Die Zuschauer dürfen sich auf packende im Doppel-K.o.-System ausgetragene Zweikämpfe in sieben Wertungsklassen freuen. Im Verlauf des Renntags unter dem Dach des Deutschen Motorsportverbands wird zudem in einer Sonderklasse für historische Vespa-Roller bis Baujahr 1959 gestartet. Im Pausenprogramm werden Mofafahrer gegeneinander antreten.

Wie in den vergangenen Jahren trifft man sich zunächst am Freitagabend auf der Zeltwiese und feiert das Wiedersehen auf dem Hof Meyer in Boslar, nach den Rennen steigt dort die große After-Race-Party.

(jago)