Kreis Düren: Bildungspolitik für „die Leute vor Ort”

Kreis Düren: Bildungspolitik für „die Leute vor Ort”

Auf Einladung von SPD-Unterbezirk und Kreistagsfraktion referierte die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks, Mitglied im Ausschuss für Schule und Weiterbildung, zum Thema „Schulentwicklung in NRW - Chancen für den Kreis Düren” in Düren.

Auf dem Podium saßen neben Hendricks und der stellvertretenden Landrätin Liesel Koschorreck der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Jens Bröker, und der Chef der SPD im Dürener Stadtrat, Henner Schmidt.

Rüstzeug für Debatten

Die Zuhörer wurden mit Rüstzeug für die Debatten mit den Bürgern vor Ort ausgestattet. Denn Schulpolitik hat im Kreis durchaus Brisanz - nicht zuletzt seit der angekündigten Schließung der Realschule in Düren-Nord. In dieser Angelegenheit übten sowohl Jens Bröker als auch Henner Schmidt ausdrücklich und vehement Kritik an den Dürener Christdemokraten: „Die Schließung war verfrüht - aber das hat die Mehrheitsfraktion anders gewollt”, argumentierte der Vorsitzende der Fraktion im Stadtrat. Und Bröker: „Da verlieren die in Düren die Nerven und machen mal eben eine Schule zu.” Erst einmal, so die beiden Fraktionsvorsitzenden übereinstimmend, hätte der neue Schulentwicklungsplan für den gesamten Kreis abgewartet werden müssen.

Dieser soll dann festhalten, welche Schulen bestehen bleiben, zusammengelegt oder geschlossen werden.

Wie dieser Rahmen gefüllt werden sollte, skizzierte zuvor Renate Hendricks in ihrem Referat. Eine Schlüsselrolle falle dabei der Gemeinschaftsschule zu, die die Gastrednerin als „kleine Schwester der Gesamtschule” vorstellte. Die sei keinesfalls ein aus politischem Kalkül entwickeltes Konkurrenzprodukt zur Hauptschule: „Es hat nichts mit der Arbeit der Lehrer zu tun - aber die Akzeptanz seitens der Eltern lässt nach.”

Den Wünschen der Erziehungsberechtigten trage die Gemeinschaftsschule, die die drei wichtigsten Schulformen bündelt, noch in anderer Hinsicht Rechnung: „Eltern wollen ihren Kindern alle Bildungswege möglichst lange offen halten.” Dem entspreche die grundsätzliche Haltung der SPD: „Wir wollen Bildungspolitik machen, die im Wesentlichen damit arbeitet, was die Leute vor Ort wollen”, erklärte die Expertin. Ihr politisches Metier vertrat sie ebenso charmant wie selbstbewusst: „Investitionen in Köpfe sind ebenso wichtig wie Investitionen in Sachwerte.”

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