Jülich: Bilanz der Werbegemeinschaft zeigt positive und negative Facetten

Jülich: Bilanz der Werbegemeinschaft zeigt positive und negative Facetten

Mit 103 Mitgliedern hat die Jülicher Werbegemeinschaft im Rechnungsjahr 2016 „die Hundertermarke geknackt, das war uns wichtig“, wie Vorsitzende Ute Werner bei der Jahreshauptversammlung im „Haus Heitzer“ betonte.

Werner stellte in diesem Zusammenhang den Bezug zu den Werbegutscheinen her, die nur Mitgliedsgeschäfte verkaufen dürfen. Bislang wurden Gutscheine im Wert von 45.000 Euro gekauft, 29.000 Euro davon eingelöst, Geld, „das ja in der Stadt bleibt“.

In ihrem Rückblick stellte die Vorsitzende den Erfolg des neuen Feierabendmarktes mit persönlicher Note und „ganz eigener Stimmung“ heraus. Letzter Markttermin 2017 ist der 13. September. Das Event wird fortgeführt. Mit einer Neuerung wartet der Weihnachtsmarkt auf, der am 23. November eröffnet wird. Ein doppelstöckiger beleuchteter Pavillon sorgt anstelle des großen Zeltes für „eine ganz andere Anmutung“.

Geplant war ferner eine an den Weihnachtsmarkt angegliederte Kunsthandwerkerinnen-Meile, die aber wegen Terminschwierigkeiten nicht umgesetzt werden konnte. Wegen geringer Teilnahme wird ferner auf die siebte Hauptziehung im Rahmen der Weihnachtsverlosung im Technologiezentrum verzichtet.

Das eingesparte Geld werde in die Verlosung gesteckt, die zukünftig mehr auf Geldgeschenke als auf Sachpreise ausgerichtet ist, mit Gewinnen bis hin zu 500 Euro.

Präsenz zeigen

Umgestaltet ist die Internetplattform „meinJülich.de“. Die Looping-Medienagentur Derichs hatte im Vorfeld 79 Teilnehmerprofile erstellt, „die sich nur bei Pinterest hätten anmelden müssen, was kostenlos gewesen wäre“, monierte Werner fehlendes Engagement vieler Werbegemeinschaftsmitglieder. Nur 14 von ihnen haben sich bei dem visuell geprägten Social Media Dienst angemeldet, zehn davon haben „es geschafft, mindestens ein Angebot zu erstellen.

Es wäre eigentlich verrückt, wenn wir mangels Engagement die ganze Sache irgendwann abblasen“, zeigte sich die Vorsitzende enttäuscht. Auch Vorgänger Wolfgang Hommel plädierte dafür, „als Einkaufsgemeinschaft Präsenz zu zeigen“. Der Vorstand hat am „Nachbarschaftsdialog“ mitgearbeitet, unter anderem mit dem Forschungszentrum, das „Arbeitsfrühstück“ auf dem Campus fortgesetzt und im Lenkungskreis zum Thema Innenstadtbelebung mitgearbeitet. Zur Nutzung und Belebung des Marktplatzes sei etwa ein „Café Extrablatt“ anstelle der Zeeman-Filiale angedacht.

Beleben werde sicher auch der An- und Neubau zum Kreishaus mit seinen geschätzten 600 Besuchern am Tag. Erneut ernüchtert zeigte sich Werner zur „ganz, ganz, mäßigen Resonanz“ bei einem unabhängigen Treffen der Einzelhändler unter Moderation von Professor Michael Gramm. Das Argument von Johannes Diss aus der „Weinstube“, „Querdenker sind nicht gefragt und tolle Ideen der Händler werden nicht umgesetzt“, ließ Werner nicht gelten: „Es ist nicht an der Zeit zu resignieren, sondern etwas zu tun“.

Umso mehr lobte sie das „tolle, sehr engagierte und gut gelaunte Vorstandsteam“. Die Werbegemeinschaft verzeichnet ein sattes Gesamtguthaben und einen guten Jahresüberschuss, mit dem laut Schatzmeister Dirk Spenrath Rückstellungen für die Anschaffung neuer Weihnachtsbuden gebildet werden sollten. Nötig sind ferner neue Weihnachtsmarktdekorationen, die aber aus wirtschaftlichen Erwägungen erst im Januar angeschafft werden. Gerne nahm Werner aber Hommels Anregung auf, bei der Weihnachtsverlosung „auf eine breitere Streuung zu achten“, damit viele Gewinner ermittelt werden können.

Zum Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ warb Hommel, der bislang die Werbegemeinschaft in der Industrie- und Handelskammer vertreten hat, dafür, seinen „Staffelstab“ weiterzugeben. Als ehemaliger Vorsitzender konnte er viele Kontakte nutzen und befürchtet, „dass wir als Jülichs Handel den Kontakt zu übergeordneten Gremien verlieren“.

(ptj)
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