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BGM-Solutions: Arbeitsschutz und Prävention digital vereint

Start-Up BGM-Solutions : Arbeitsschutz und Prävention digital vereint

Die Idee hatte Christian Kuckartz schon relativ früh im Kopf. Kuckartz ist Geschäftsführer des kleinen Start-Up-Unternehmens BGM Solutions GmbH mit Sitz im Jülicher Technologiezentrum. Seit Herbst 2018 existiert die Firma, die sich auf betriebliches Gesundheitsmanagement spezialisiert hat.

Die Idee: Es müsste eine digitale Lösung geben, die Gesundheitsmanagement mit dem Arbeitsschutz verbindet und die insbesondere kleinere und mittelständische Betriebe nutzen können. Genau diese Software legen Kuckartz und sein Team jetzt vor.

„Mit Hilfe der Software können Betriebe nicht nur die Sicherheit ihrer Mitarbeiter steuern, sondern auch die Gesundheit nachhaltig fördern. Gesunde und sichere Arbeitsbedingungen steigern die Leistungsfähigkeit, das Engagement und die Zufriedenheit der Mitarbeiter“, sagt Kuckartz. Die Software soll aber vor allem auch den Verantwortlichen in den Unternehmen die Arbeit deutlich erleichtern. „Wir wollten die Themen Arbeitssicherheit und Prävention miteinander verbinden“, erklärt Kuckartz, der weiß, dass gerade in kleinen Betrieben viele Personalleiter oder Geschäftsführer im Dickicht der gesetzlichen Regelungen auch schon mal schnell überfordert sind. „Man benötigt beispielsweise schon eine Gefährdungsbeurteilung, wenn man nur eine Putzfrau für drei Stunden die Woche beschäftigen will.

Und es gibt Pflichtuntersuchungen für Beschäftigte – egal, ob man nur drei oder 500 Mitarbeiter beschäftigt“, sagt Kuckartz. All’ das wird in dem in Jülich entwickelten Programm „Protarmo“ berücksichtigt. Kuckartz ist 26 Jahre alt, hat Gesundheitsmanagement studiert, in einer Physiotherapie-Praxis Rücken- und Kniepatienten therapiert. „Ich wollte zwar immer mit Problemfällen zu tun haben, aber nicht dauerhaft mit Einzelfällen“, sagt er. Er hat bei einem anderen Arbeitgeber seinen Horizont um das Thema Arbeitsschutz erweitert und fortan überlegt, wie beide Themen sinnvoll miteinander verknüpft werden könnten.

Mit Vorsorge punkten

Mit der digitalen Software soll genau das erreicht werden. Zumal sie aus seiner Sicht viele Vorteile birgt. So biete sie auch für kleine Betriebe Rechtssicherheit und eine Zeitersparnis in der Verwaltung. Kuckartz ist aber auch überzeugt davon, dass gerade im Bereich der Gesundheitsvorsorge ein großes, oft ungenutztes Potenzial für kleine Betriebe steckt. „Die psychische Belastung im Berufsleben nimmt deutlich zu. Gleichzeitig müssen Betriebe in Zeiten des Fachkräftemangels um gute Mitarbeiter kämpfen“, sagt er.

Als Arbeitgeber könne man da mit Vorsorgeangeboten punkten und gleichzeitig die Zufriedenheit bei Mitarbeitern erhöhen. „Wer im Brainergy-Park in Jülich ein Unternehmen gründen will, wird wahrscheinlich keine Probleme haben, Mitarbeiter zu finden. Aber was ist mit der Firma, die in einem kleinen Gewerbegebiet in Rödingen dringend einen Fachingenieur sucht?“ Eine Fragestellung, die zur nächsten Überlegung führt. Die Software soll um eine Plattform ergänzt werden, auf der Anbieter, die sich auf dem Feld der Gesundheitsprävention bewegen, eingebunden werden können.

„Unsere Software bietet die Möglichkeit, bei den Mitarbeitern anonyme Umfragen zu erstellen. Wenn sich Mitarbeiter gezielte Präventionsangebote wünschen, wäre es doch gut, wenn wir die Angebote lokaler Anbieter direkt einbinden könnten“, sagt Kuckartz. Das ist aber erst der nächste Schritt. Für die Jülicher Start-Up-Firma geht es jetzt erst mal darum, bei den Betrieben in der Region die Werbetrommel für das neue Produkt zu rühren. Dazu nutzt man im November eine Fachmesse in Düsseldorf. „Unser Ziel ist es, 2000 bis 3000 Firmen in der Region von unserem Produkt zu überzeugen“, sagt Christian Kuckartz. Gelingt ihm das, dürfte aus dem kleinen Start-Up-Betrieb ein profitables Unternehmen werden.