Jülich: Bezauberndes Musical

Jülich: Bezauberndes Musical

Wer kennt sie nicht, die tschechische Adaptation und Verfilmung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel” des Märchens „Aschenputtel” der Gebrüder Grimm, die kleine und große Prinzessinnen nach wie vor bezaubert und in ihren Bann zieht.

Vor dem Hintergrund dieser Folie spielte die Inszenierung „Aschenputtel - das Musical”, das am Wochenende in der Stadthalle Jülich vom „Theater Liberi” aus Bochum unter der Regie von Helge Fedder aufgeführt wurde.

Und so gefiel die Handlung nach wie vor: Ein modernes Aschenputtel (dargestellt von Denise Vilöhr), das sich im Wald seinen Freiraum vor den Schikanen der bösen Stiefmutter schafft und dem Prinzen ein Rätsel aufgibt, ehe er die vermeintliche Prinzessin auf sein Schloss führen darf.

Und daneben ein Prinz (Christoph Landwehr), der so herrlich menschlich ist: Anstatt sich auf seine Rolle als zukünftiger König vorzubereiten, geht der junge Mann lieber auf die Jagd und legt sich dementsprechend mit seinem Vater an. Neu war die Figur des Waldhusch (Sonja Hebestadt), eine Art Troll, der Aschenputtel dazu rät, einen Schuh als Wegweiser für den Prinzen auszulegen.

Die musikalische Gestaltung des Musicals übernahmen Christian Becker und Christoph Kloppenburg mit mitreißenden Songs wie „Träume von Zeiten” oder „Wir sind so”. Unterlegt wurde die moderne Inszenierung durch ein beeindruckendes Bühnenbild (Sebastian Schlecht), das als Schattenriss bzw. Scherenschnitt auf einer so genannten „Opera-Folie” erzeugt wurde. Besonders zauberhaft wurde die Kulisse in der Ballszene, als rötliches Licht die Bühne in ein Märchenschloss verwandelte.

Gute Leistungen

Die Leistungen der Musicaldarsteller waren in jeder Hinsicht gut, sowohl gesanglich als auch schauspielerisch. Allerdings spielte die böse Stiefmutter (Sonja Hebestadt) ihre Rolle so überzeugend, dass sie gleich zu Beginn der Vorführung Angst und Schrecken verbreitete und ein Kind zu weinen anfing.

Und damit wäre das einzige Manko des Familien-Musicals erwähnt, dass einige Besucher im zarten Alter von vier Jahren einfach zu klein für diese Inszenierung waren und sich in den gut zwei Stunden überfordert fühlten.

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