Rödingen: Bewegende Bilder aus vergangener Zeit

Rödingen: Bewegende Bilder aus vergangener Zeit

Mit einer Ausstellung, in der Werke von acht jüdischen Künstlern gezeigt werden, startet die „Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz” am Sonntag von 11 bis 14 Uhr die Feierlichkeiten und Veranstaltungen zu ihrem zehnjährigen Bestehen.

Gezeigt wird zu dieser Zeit in der Galerie „Alte Weberei” eine sehr bewegende Zusammenstellung aus der Sammlung des Nettersheimer Ehepaares Lammel. Die Intensität der Werke erschließt sich beispielhaft an den Holzschnitten von Jacob Pins (1917-2005).

Düstere Graphiken

Galeristin Brigitte Habig hat die düsteren Graphiken „Der Maler” aus dem Jahr 1953 und „Begräbnis” von 1969 äußerst wirksam gleich rechts neben dem Eingang platziert. Damit erreicht sie, dass der Betrachter ganz direkt und ohne Umschweife mit der anklagenden Aussage konfrontiert wird. Die Chance zur gedanklichen Ablenkung fällt weg.

Die Ausstellung in der Weberei bekräftigt die Aussagen von Kunsthistorikern, die Jacob Pins nachsagen, dass er in seinen Arbeiten bis zuletzt dem deutschen Expressionismus treu geblieben ist - einer Kunstrichtung, die vom nationalsozialistischen Unrechtsregime als entartet bezeichnet und verbrannt wurde. Damit wollte er anmahnen, dass auch das Verbrennen von Werken nicht die Gedanken und Gefühle eines Menschen auszulöschen vermag.

Außer Jacob Pins werden Werke von Andr Goezu, Arie Ogen, Bertram Urwand, Jacob Malka, Naftali Bezem, Osias Hofstatter und Pavel Zamikhovksy gezeigt. Im Anschluss an die Ausstellung werden weitere Feierlichkeiten in der Alten Landsynagoge in Rödingen stattfinden.

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