Jülich: Besucherrekord beim Jülicher Kunstverein

Jülich : Besucherrekord beim Jülicher Kunstverein

„Qualität und Format der Ausstellungen werden immer besser, was sich in der Resonanz niederschlägt“ — so lässt sich die Kernaussage der Jahreshauptversammlung des Kunstvereins Jülich im „Café Pasqualini“ zusammenfassen.

Im 40. Jahr seines Bestehens zählt der Verein 260 Mitglieder und wächst somit „gegen den Trend stetig“, wie Schatzmeister Dr. Jürgen Dornseiffer es ausdrückte. Zudem hat er mit sechs Veranstaltungen in 2017 „seine Ausstellungen verdoppelt und verzeichnet mit 1500 Besuchern einen Besucherrekord“, sagte Vorsitzende Kirsten Müller-Lehnen stolz. Grund ist zunächst der, dass „wir unseren Mitgliedern mehr Gelegenheit geben, ihre eigene Kunst darzustellen“ — und zwar in der Reihe „Made in Jülich“.

Ferner führt das Kooperationsprojekt „Kunst verbindet“ sieben Nationen zusammen. Nicht zuletzt wurde durch die Auktion des Bildnachlasses von Dr. Birgit Leyens, die stolze 2100 Euro einbrachte, das Projekt „Lebenslinien“ ins Leben gerufen. Hier werden in Zusammenarbeit mit der Caritas, der „Lebensfreude“ in Kofferen und der Seniorenwohnanlage „An der Zitadelle“ spezielle Malaktionen mit an Demenz erkrankten Senioren ermöglicht.

Kinderführungen

„Für diese wunderbare Geschichte“ soll weiterhin Geld gesammelt werden. Die auf vier Tage komprimierte Adventsausstellung mit der Stadt Jülich im Hexenturm beschloss die Jahresaktionen. Hinzu kamen Kinderführungen mit Michael Küpper durch Ausstellungen, ein Kooperationsprojekt mit Monika Langthaler, Leiterin der Villa Kunterbunt. „Es ist immer interessant, was die Kinder in den Objekten sehen“, betonte Küpper. Zudem bekommen Mitglieder die Aktionsreihe „Zu Gast bei“ und ein ansprechendes Jahresreiseprogramm geboten, das Marlies Keil organisiert.

Für das bestens gelungene Fahrtenprogramm mit einem Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie als Krönung erhielt letztere von Müller-Lehnen einen Blumenstrauß. Sieben kunsthistorisch ambitionierte Touren werden 2018 angeboten, darunter drei Mehrtagesfahrten. Im Jubiläumsjahr sind zunächst fünf Ausstellungen im Hexenturm geplant, darunter eine Gesamtpräsentation von Künstlerarbeiten aus 40 Jahren im August/September, für die sich 18 Mitglieder beworben haben. Laudator ist Dr. Dirk Tölke, Dozent für Kunstgeschichte. „Zu Muttertag“ findet die Kunstkooperation mit Kindern und Jugendlichen mit der Villa Kunterbunt statt, im September werden Schülerarbeiten des Gymnasiums Zitadelle gezeigt.

Im April/Mai präsentiert Rainer Weingärtner seine Malerei und Objekte, im Oktober/November sind Fotografien und Malereien von Heike Siethoff und Druckgrafiken von Gaby Weinkauf und zu sehen. Die große Jubiläumsfeier steigt am 1./2. September in der Schlosskapelle. Bürgermeister und Schirmherr Axel Fuchs hält die Laudatio. Mit „Art-acts“ bereichern Rosemarie David, Peer Kling und Bert Voiss aus der beliebten „Bühne 80“ den Festakt, am Flügel sitzt Elena Kelzenberg. Wesentlicher Bestandteil der Feier ist eine Talk-Runde mit Kunstvereinsmitgliedern, aufgeteilt in fünf Handlungsfelder des Vereins, ebenfalls moderiert von Dr. Dirk Tölke. 25 bis 30 Kunstwerke aus der Vereinssammlung werden im Anschluss an Mitglieder versteigert, eine Vorbesichtigung der Werke ist vor Beginn des Festaktes möglich.

Matinee zum Abschluss

Eine Matinee in der Schlosskapelle mit anschließender Eröffnung der Schülerarbeiten beschließt am Sonntag, 2. September, die Jubiläumsfeierlichkeiten. Der Kunstverein bietet ferner zwei Fortbildungen an: „Was ich schon immer mal malen wollte“ ist Thema am 24./25. März, hier wird „ ein (eigenes) altes Bild zerpflückt“. Ein Aktmalereikurs in Schwarz/Weiß steht für September im Programm. Die Anregungen summierten sich im Laufe der Versammlung. Ein Beispiel ist eine Themenausstellung „für eine begrenzte Anzahl von Mitgliedern“, ein anderes schriftlich festgehaltene Informationen zu Künstlern und Ausstellungsstücken, die den Aufsichtspersonen zur Verfügung gestellt werden. Aufsichtspersonen während der Ausstellungen sind im Übrigen „ein Problem“.

Deshalb wurde ein Obolus von fünf Euro/Stunde vorgeschlagen und ein Einführungsseminar mit Leo Brenner. Listen machten die Runde, die dazu einluden, sich einzutragen.

Die Versammlung wählte turnusmäßig zwei neue Kassenprüferinnen, Dr. Mirjana Stein-Arsic und Veronica Schmitz.

(ptj)
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