Jülich: Bestleistung beim Seilchenspringen bedeutet Gold

Jülich: Bestleistung beim Seilchenspringen bedeutet Gold

Mit 66 Jahren fing für Irene Muckel nicht erst das Leben an. Doch etwas Neues begann für sie schon. Irene Muckel meldete sich erstmals an der rheinischen Sportschule in Bergisch Gladbach an, um dort das Deutsche Sportabzeichen abzulegen.

Mittlerweile zählt die Sportlerin 81 Lenze und auch in diesem Jahr reiste sie wieder, immerhin zum 13 Mal, nach Bergisch Gladbach und kehrte mit der begehrten Medaille zurück.

Deutlich über Soll: Irene Muckel mit dem Springseil. Foto: Król

Im vergangenen Jahr, so berichtete die Seniorin, habe sie nicht teilgenommen, nachdem der Deutsche Sportbund die Bestimmungen geändert hatte und Gold, Silber und Bronze Abzeichen einführte. Sie hatte Angst, die Leistungen nicht erbringen zu können. Doch in diesem Jahr war sie wieder dabei, mit sensationellem Erfolg.

Beim Nordic Walking absolvierte sie die notwendigen 7,5 Kilometer in 70 Minuten und blieb fünf Minuten unter Soll-Zeit. Den Medizinball warf sie einen Meter weiter als notwendig, beim Schwimmen reichte es „nur“ für Silber, doch beim Seilspringen legte sie eine Bestleistung hin. 25 Mal muss der Teilnehmer in einer Minute mit dem Seil springen, Irene Muckel schaffte 60 Mal. Dies alleine wäre ja schon Gold wert, doch da nach den Bestimmungen drei der vier Disziplinen mit Gold bewertet werden müssen, war auch ihr Sportabzeichen vergoldet.

Mit Recht stolz ist Irene Muckel auf ihre Leistung, meint aber auch: „Ich mag sportliche Belastung. Ich hasse aber putzen.“ So geht sie dann auch heute noch zweimal wöchentlich zum Seniorentanz und ist jeden Freitagnachmittag bei der Herz-Kreislauf Gruppe des Jülicher Turnvereines dabei. Rund 20 ältere Sportler halten sich hier unter der Anleitung von Birgit Gehrmann fit. Koordinationstraining steht dabei ebenso auf dem Programm wie Ausdauertraining und Gehirnjogging.

Dieser Kurs gehört zum Projekt des Landes NRW „Bewegt älter werden“ und wird auch vom Kreissportbund mit unterstützt. So kam dann auch der Geschäftsführer des Kreissportbundes Wolfgang Schmitz in der Sporthalle vorbei, um zum einen Irene Muckel ihr 13. Goldene Sportabzeichen zu überreichen. Er betonte außerdem: „Das ist keine Rehamaßnahme, sondern ein Präventionsangebot. Vorbeugen geht eben vor Rehabilitation.“

(Kr.)
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