Jülich: Besser vorbereitet: Fortbildung für Demenz-Therapeuten

Jülich: Besser vorbereitet: Fortbildung für Demenz-Therapeuten

„Was brauchen dementiell veränderte Menschen in der Therapie und wie gehe ich als Therapeut und Therapeutin angemessen mit ihnen um?“

Diese Frage stellten sich rund 70 Teilnehmer der im Rahmen des Bundesförderprojektes „Lokale Allianz für Demenz“ veranstalteten Fortbildung für therapeutisches Personal. In Kooperation mit dem Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel und dem St. Elisabeth Krankenhaus Jülich lud die Stadt Jülich Therapeuten der Fachrichtungen Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie aus der Region Jülich, Kreis Düren, Kreis Euskirchen, Kreis Heinsberg und der Städteregion Aachen ein.

Es gibt sehr viel zu tun, um dementiell veränderten Menschen nachhaltig weitestgehend eine gesellschaftliche Teilhabe auch mit der Erkrankung zu ermöglichen. Hierzu gehören die Information und Sensibilisierung einer breiten Öffentlichkeit in Jülich, die Fortbildung verschiedener Berufsgruppen, die im Alltag als Dienstleister Betroffenen begegnen, aber auch das Schaffen von Unterstützungsangeboten für Angehörige, denn 70 bis 80 Prozent der dementiell veränderten Menschen werden in der Tat in den eigenen vier Wänden von Angehörigen betreut. Die Stadt Jülich stellt sich mit ihren Kooperationspartnern im Aktionsbündnis „Lokale Allianz für eine demenzfreundliche Stadt Jülich“ dieser Herausforderung.

„Ihnen als Therapeutinnen und Therapeuten in den niedergelassenen Praxen aber auch im klinischen Bereich kommt dabei eine wichtige Aufgabe zu,“ sagt Beatrix Lenzen, Projektleiterin und Mitarbeiterin im Amt für Familie, Generationen und Integration, „denn Sie behandeln in Ihrem therapeutischen Alltag mitunter Patientinnen und Patienten mit kognitiven Einschränkungen. Unsere Bevölkerung wird immer älter und das größte Risiko, an einer Demenz zu erkranken, stellt ein hohes Alter dar.“ Um für diese Begegnungen im therapeutischen Alltag vorbereitet zu sein, erhielten die Teilnehmer von Oberarzt Andreas Pieper, dem leitenden Geriater im St. Elisabeth Krankenhaus, wichtige Informationen zum Krankheitsbild der verschiedenen Demenzen. Hasan Alagün vom Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel erläuterte den Teilnehmern den Umgang und die Kommunikation mit dementiell veränderten Menschen.

Dazu gab es Informationen über Beratungsstellen vor Ort, an die betroffene Patienten und ihre Angehörigen weitergeleitet werden können.

Oberarzt Andreas Pieper kam in Begleitung seines Therapeutenteams. In drei berufsgruppenbezogenen Workshops berichteten die fachlichen Leitungen der Logopädie (Kristina Reimer), der Ergotherapie (Melanie Manthei) und der Physiotherapie (Karl-Heinz Schmale) aus ihrem therapeutischen Alltag auf der geriatrischen Station im St. Elisabeth Krankenhaus und gaben den Kollegen hilfreiche Tipps für die Behandlung dementiell veränderter Patientinnen und Patienten. Die Teilnehmer der Veranstaltung nutzten für sich ausgiebig die Möglichkeit zum fachlichen Austausch. „Mir ist es wichtig, meinen Fachkolleginnen und -kollegen zu vermitteln, dass unsere innere Haltung, mit der wir dementiell veränderten Menschen begegnen, so wichtig ist, das können wir nicht aus Büchern lernen,“ fasste Karl-Heinz Schmale zusammen.

Informationen zur Veranstaltung und zur „Lokalen Allianz für Demenz“ in Jülich sind zu erhalten im Amt für Familie, Generationen und Integration unter Telefon0 24 61 63 239 (Beatrix Lenzen) oder E-Mail: BLenzen@juelich.de.