Linnich: Benefizausstellung zu Gunsten des Glasmalerei-Museums

Linnich: Benefizausstellung zu Gunsten des Glasmalerei-Museums

Gäbe es keine Fördervereine, müsste man sie glatt für das Deutsche Glasmalerei-Museum in Linnich erfinden. So groß und vielfältig ist das Engagement, das von diesem Verein für das Haus geleistet wird.

Gleich nach dem Umbau und der Eröffnung des Museums gründete sich auch der Förderverein und so manches Kunstwerk konnte mit seiner Hilfe erworben werden und so manche Veranstaltung durchgeführt werden.

Zu den zahlreichen Aktivitäten des Vereins gehört auch alljährlich kurz vor der Weihnachtszeit eine Benefizausstellung. Auch in diesem Jahr hatte der Vorstand wieder Kontakt zu Glaswerkstätten und Künstlern aufgenommen und so stehen bekannte Namen wie Schaffrath, Klos, Schreiter, Schiffer oder Spierling auf der Verkaufsliste. Auch Jochem Poensgen, der aktuell im Museum ausstellt, hat es sich nicht nehmen lassen, eigens für diese Veranstaltung eine Scheibe anzufertigen, die in dreifacher Ausführung verkauft wird und die der Künstler kostenlos stellt. Entsprechend groß war daher auch der Andrang zur Vernissage und zahlreiche Kunstfreunde schauten sich in der unteren Etage um.

Doch zunächst einmal hieß Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski die Gäste willkommen und ließ es sich nicht nehmen, das Engagement des Fördervereins ins rechte Licht zu rücken und für die Unterstützung danken. Bis zum 22. Dezember ist diese Benefizausstellung geöffnet. Unter den Werken, die zum Verkauf standen, war auch ein Acrylbild des Künstlers Martin Lersch aus seiner Serie „Durchsicht“. Weitere Bilder dieser Serie, die eigens für das Deutsche Glasmalerei-Museum entstanden, finden sich seit neuestem in den oberen Etagen.

Einen Textbeitrag hatte der Künstler zur Poensgen-Ausstellung geliefert und so hatten sich die Museumsleiterin und Lersch kennengelernt. Sofort war Myriam Wierschowski von seiner Arbeit begeistert und man beschloss, gemeinsam ein Projekt zu starten. Vor einigen Jahren überkam den Illustrator und Zeichner die Lust zu malen, wie er selbst scherzhaft erklärte, und in seiner humorigen Art fügte er hinzu, dass er eigentlich nichts Neues erfinden müsse.

Er nahm Anleihen bei seinen großen Künstlerkollegen, malte Auszüge aus ihren Werken mit Öl auf Papier und stets in der Größe 33x66 oder 66x33. Sie fügte er zu Kollagen zusammen und so hielt er es auch mit seinem Arbeiten im Glasmalerei Museum. Schaffrath fügte er an Meistermann, Lüpertz und Thorn Prikker tauchen ebenfalls auf und dazwischen gibt es Auszüge aus historischen Scheiben.

Das Ganze hängt er dann bewusst in vernachlässigte Ecken eines Museums, um den Aha-Effekt noch zu verstärken. „J ´aime pictures malen“, nennt er das Ganze und eigentlich sind es „Streifzüge durch die Museums- und Kunstgeschichte“, wie Dr. Wierschowski erklärte. Sie dankte dem Künstler ganz herzlich, dass er dabei auch einmal Station in Linnich machte.

(Kr.)
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