Jülich: Benefizauktion hilft dem Projekt Jugendkirche in Jülich

Jülich: Benefizauktion hilft dem Projekt Jugendkirche in Jülich

Die Einladung der Pfarrei Heilig Geist Jülich zur Benefizauktion mit Bildern des 2013 verstorbenen Architekten Helmut Rademächers hat einige Kunstfreunde zu einem Besuch in der Saleskirche animiert.

Rademächers war nicht nur Architekt dieses Gotteshauses, als passionierter Zeichner hat er auch viele Jülicher Motive farbig oder schwarz-weiß festgehalten. Die Erben hatten nun aus dem Nachlass 46 Bilder, davon 22 fachmännisch gerahmt, für die Auktion zugunsten des Jugendkirchenprojekts zur Verfügung gestellt.

Als die als Auktionatorin tätige Dezernentin Doris Vogel, von Pfarrer Josef Wolff unterstützt, die ersten Werke aufrief, herrschte zunächst andächtige Stille, wie man sie sich in der Kirche ansonsten wünscht. Die Tiermotive am Anfang waren noch kein Renner. So legte man Pfauen, Ziegen oder Rinder beiseite und wandte sich den Motivbereichen Brückenkopf-Park, Pasqualinibrücke sowie Schlosskapelle und Pulvermagazin zu. Als das Bild „Teich mit Bastion bunt gerahmt“ zum Angebot kam, war es mit der Stille vorbei, der erste spannende Bieterwettstreit setzte ein. Mehr und mehr fanden die Gäste Spaß daran, um ihre Lieblingsmotive zu kämpfen.

Besonders gefragt waren die realistischen Darstellungen des Wassergrabens oder der Schlosskapelle. Beim Höchstgebot des Tages für eine einzelne Zeichnung musste Pfarrer Wolff beachtliche Ausdauer und Fitness-Qualitäten beweisen. Unverzagt hielt er das Bild „Pasqualinibrücke bunt gerahmt quer“ in Sichthöhe der Bieter, von denen immer wieder jemand kurz vor dem unwiderruflichen Hammerschlag „zum Dritten“ doch noch eine Stufe höher ging. Das Endgebot lag schließlich bei stolzen 70 Euro. Auch wenn die Motivation der Ersteigerer sehr unterschiedlich war, zeigte sich jeder hoch erfreut über seine jeweilige „Beute“.

Neben den Rademächers-Zeichnungen kamen zwei Überraschungen unter den Auktionshammer. Als „Frau in Öl mit Rahmen“ pries Doris Vogel ein von Viktor Stup­lich gemaltes hübsches Porträt an. Bei 105 Euro bekam ein Bieter den Zuschlag. Als das letzte Stück aufgerufen wurde, gingen die Blicke in Richtung von Jülichs Bürgermeister Axel Fuchs. Verständlich, denn angeboten wurde Rademächers Schreinergesellenarbeit, die Darstellung des Jülicher Wappens als Intarsienarbeit. Ein Mitbieter machte sich zwar den Spaß, den Preis ein wenig hoch zu treiben - schließlich ging es um einen guten Zweck — doch Fuchs setzte sich durch.

„Unglaublich, damit hätte ich niemals gerechnet“, sagte Barbara Biel, Hauptorganisatorin der Auktion, als sie als Gesamterlös (etwa 1100 Euro) errechnet hatte.

(jago)
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