Jülich: Beim Papst gewesen: 1000 Overbacher heil zurück von beispielloser Schulfahrt

Jülich : Beim Papst gewesen: 1000 Overbacher heil zurück von beispielloser Schulfahrt

Die Overbacher sind dem Heiligen Vater ganz nah gekommen. Und sie hatten dabei einen Heidenspaß. Am Freitag kehrte das Gymnasium Haus Overbach von einem beispiellosen Schulfahrt zurück aus Rom. 1000 Schüler, Lehrer und Betreuer stiegen am frühen Morgen etwas zerknittert, aber voll der positiven Erinnerungen nach über 20 Stunden Fahrt aus den 19 Bussen.

100 Jahre ist es her, dass der Orden der Oblasten des hl. Franz von Sales die Schule gegründet hat. Deswegen hat die Schule einen Ausflug gemacht, wie es ihn vorher im Jülicher Land noch nicht gegeben hat.

Bezeichnet die Messe im Petersdom als großen Höhepunkt: Pater Josef Költringer. Foto: Jansen

Die Rom-Reise war außergewöhnlich, aufgrund des Erlebnisses als große Gruppe — und für jeden Einzelnen. „Wir haben im Petersdom eine Messe gefeiert. Die war nur für uns“, sagte Antonia Simon (13) aus Langerwehe. „Das war beeindruckend.“ Jannicke (14) und Marijke (12) Vervoort aus Langerwehe stehen auf dem Parkplatz vor dem Brückenkopf-Park daneben, als ihre Mitschülerin erzählt. Und sie nicken.

Den Papst aus zwei Metern Nähe sehen — das sei außergewöhnlich gewesen. „Bei uns ist es immer etwas lauter, wenn wir an Haus Overbach eine Messe feiern“, berichtete Marijke. „Im Petersdom waren es dagegen sehr still“, schilderte sie. Rom hat Eindruck gemacht, beispielsweise die Tatsache, dass alle Päpste der Kirchengeschichte ihre Spuren in Rom und im Dom hinterlassen haben. „Der Petersdom ist wirklich wunderschön von innen“, ergänzt ihre Schwester Jannicke.

Der Dauerregen, der die Overbacher sehr oft begleitet hat — bis auf die Papstaudienz am Mittwoch, bei der die Sonne schien — hat dem Rom-Feldzug der Overbacher keinen Abbruch getan. Die drei Schülerinnen schwärmen von der Pizza in Rom, der Busfahrt durch das bei Nacht beleuchtete Rom, das Pantheon, die Engelsburg, das Kolosseum.

Der Obere an Haus Overbach, Pater Josef Költringer, war mit in Rom. Er bedankte sich bei der Schule für das Geschenk an den Orden. Und er dankte allen Mitreisenden, die ihm einen besonderen Moment beschert hätten, nämlich die Messe im Petersdom, die er als Konzelebrant mitfeiern durfte. „Diese Ehre hatte ich vorher noch nie. Und dann darf ich die Messe vor so einer begeisterten Gesellschaft feiern. Das werde ich nie vergessen“, sagte er am Freitag.

„Lehrer aus anderer Sicht kennengelernt“

Die Schulgemeinschaft zählen auch die Oberstufenschüler Ian Klinger (17, aus Bedburg), Antonia Jansen (17, Barmen) und Leah Biermann (17, Aldenhoven) als eine Besonderheit der Fahrt auf. „Man hat die Lehrer aus anderer Sicht kennengelernt, irgendwie persönlicher“, sagte Biermann. Das habe die gesamte Schulgemeinschaft zusammengeschweißt.

Das hat Mathematik- und Chemielehrerin Anna Stracke genau so empfunden. Sie stellte zudem fest, dass der Ablauf der Fahrt gut funktioniert habe, trotz der vielen Regen-bedingten Planänderungen. „Wir haben im vergangenen Jahr schon einmal eine Experten-Fahrt nach Rom gemacht, an der ab der Sieben Schüler aus jeder Stufe teilgenommen haben. Dabei haben wir beispielsweise einen Audioguide vorbereitet, den wir jetzt einsetzen konnten.“

Eine Verabredung mit seinem Rasierer hatte am Freitag Schulleiter Thorsten Vogelsang. Der hatte angekündigt, sich erst wieder zu rasieren, wenn alle Schüler heil heimgekehrt sind. Das war jetzt der Fall. Heil, aber nicht alle gesund. Das bleibt bei 1000 Menschen auf Tour wohl nicht aus. Und deswegen gab es einen Bus auf der Rückfahrt, in dem Erkrankte transportiert wurden.

Ein besonderes Mitbringsel hatte Vogelsang im Gepäck: ein Schalke-04-Trikot, auf dem GHO als Kürzel für Gymnasium Haus Overbach aufgedruckt ist. Der Schulleiter ist Schalke-Fan und hatte Geburtstag am Tag des Papst-Empfangs. Deswegen und auch als Dank für die Organisation erhielt er das Trikot. „Na gut. Es gab ein paar Buhrufe wegen Schalke“, sagte er und lächelte. Aber die seien vermutlich auch nicht ernst gemeint gewesen.

Letzter Akt vor den Osterferien: Nach der Ankunft in Jülich versammelte sich der aktuelle Abitur-Jahrgang noch in der Schule. Sie erhielten die Zulassungspapiere zum Abitur.