Güsten: Bei Güsten wachsen die Windräder

Güsten: Bei Güsten wachsen die Windräder

So könnte ein Spielplatz für Riesen aussehen. Schon von fern ist die Baustelle des Windparks Güsten auf den Feldern in Richtung Ameln zu erkennen.

Hier türmt ein riesiger Kran die Elemente der Windräder übereinander, wachsen bis zum 19. Dezember im Zwei-Tages-Takt insgesamt fünf Anlagen in den Himmel.

36 Millionen Euro Investition

Noch bevor der erste Windstrom vor dem Jahreswechsel ins Netz eingespeist wird, feierte die Erkelenzer Umweltkontor AG die Eröffnung des im Bau befindlichen Parks, der Teil einer Investition von rund 36 Millionen Euro in erneuerbare Energien ist.

Finanziert werden die insgesamt 17 Anlagen mit einer Jahresleistung von über 55 Millionen Kilowattstunden (kWh) in den Windparks Güsten, Jülicher Börde (sieben Windräder zwischen Merzenhausen und Freialdenhoven, die Anfang 2004 ans Netz gehen) sowie Bergheim-Rommerskirchen durch den Energiefonds Rheinland, an dem sich Interessenten ab einer Mindesteinlage von 10000 Euro beteiligen können.

Umstrittene Standortfrage

Auf die von den Bürgern kritisch beäugte Standortfrage hob Bürgermeister Heinrich Stommel in seinem Grußwort ab. Da die Bundesregierung die erneuerbaren Energien fördere und das Land baurechtliche Genehmigungen privilegiere, habe sich die Stadt Jülich zur Ausweisung von Vorrangzonen bei Güsten und Merzenhausen entschlossen, um eine Zersplitterung zu vermeiden und die Immissionen der „nicht unumstrittenen Anlagen” auf ein Mindestmaß zu beschränken.

„Jede neue Technologie hat auch ihre Gegner”, tröstete Stommel die Ingenieure über etwaige Widerstände aus der Bevölkerung hinweg und lobte die professionelle Arbeit der beteiligten Firmen.

Zudem erhöhe das Engagement in die Nutzung der Windenergie die Exportchancen der deutschen Wirtschaft.

„Gutes Beispiel”

Norbert Rulands, Bereichsleiter Zentrale Dienste bei der Umweltkontor AG, gab das Kompliment artig zurück und nannte den Windpark Güsten ein „gutes Beispiel für die konstruktive Zusammenarbeit” zwischen Kommune und der BMR Consulting, die als Projektpartner den Bau der gut 200 Tonen schweren Windmühlen abwickelt. Die „ernten” im Jahr rund 18 Millionen kWh Strom - soviel, wie 5100 Durchschnittshaushalte benötigen.

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