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Jülich: Bei beiden Verbandsligisten stehen Zeichen auf Umbruch

Jülich : Bei beiden Verbandsligisten stehen Zeichen auf Umbruch

Die „Vorherrschaft” im alten Fußballkreis Jülich ist entschieden - jedenfalls aus Sicht der Verbandsligisten. Durch den 5:1-Erfolg gegen Porz schoss sich Borussia Freialdenhoven auf Platz vier, Konkurrent Germania Lich-Steinstraß muss nach dem 2:2 in Geilenkirchen mit dem sechsten Platz zufrieden sein.

Borussia Freialdenhoven: „Enttäuscht hat mich in der Spielzeit eigentlich nichts. Es war lediglich ein Manko, dass wir keine Konstanz in die Saison gelegt haben.” Das Fazit von Freialdenhovens Trainer Wilfried Hannes fällt zufriedenstellend aus. Besonders angetan war er von der Hinrunde. „Rechne ich die zwei Nachholspiele ein, dann standen wir da ganz oben”, bilanziert der Ex-Nationalspieler. Mit der Winterpause musste man dann, so führt er weiter aus, in Sachen Saisonziel Abstriche machen. „Mit dem Abgang von Cengiz Can waren die Aufstiegshoffnungen dahin. In spielerischer Hinsicht war es ein schmerzlicher Abgang”, betont der Übungsleiter, der sich aber darüber freut, dass „Cengiz nun in der Regionalliga zum Stamm gehört.” Positiv erwähnt er zum Beispiel Spieler wie Alaoui oder Auqua. „Die haben sich nach der Winterpause wirklich zu Stammspieler entwickelt, was nicht unbedingt voraussehbar war.”

Mit dem 5:1-Sieg gegen Porz beendete die Borussia eine unter dem Strich erfolgreiche Saison, was der Trainer auch bei der Abschlussfeier mit den eigenen Fans zum Ausdruck brachte. Da galt sein Dank besonders den „alten” Spielern wie Zimmermann, Durakovic, Morton, Nacev oder Popric. „Die haben in vielen Jahren mit dazu beigetragen, dass Borussia eine anständige Adresse ist.” Alle Genannten wurden mit den besten Wünschen verabschiedet, wobei Nacev und Duracovic weiterhin bei der Reserve spielen werden. Zu den Abgängen zählt zudem Torhüter Bayer, was für Hannes überraschend war. „Aber ich kann verstehen, dass der Junge spielen will.” Desweiteren wird Rahmen den Verein verlassen.

Neuzugänge sind bisher Thomas Betzer und Andreas Elsig (FC Niederau). Hinzu kommen Michael Thelen (Jugendsport Wenau), Timo Huppertz (SV Breinig), Sven Schalge (Germ. Dürwiss), Bartek Urban (Lich-Steinstraß) sowie Jack Schweitzer aus dem belgischen Kelmis. Zudem stehen nach dem Abgang von Bayer ein Torhüter, sowie noch ein Spieler für die linke Seite auf der Wunschliste. Noch nicht verlängert hat Michael Kruskopf, was in dieser Woche nachgeholt werden soll. „Dann haben wir 19 Spieler im Kader. Ich glaube, wir haben künftig eine gute, aber vor allen Dingen junge Truppe”, freut sich der Borussen-Trainer schon jetzt auf den 11. Juli. Dann trifft das neuformierte Team um 19.30 Uhr auf Zweitligist Borussia Mönchengladbach. „Es ist das erste Spiel, welches die Borussia nach ihrem Trainingslager in Österreich hier in Deutschland bestreitet”, freut sich Hannes auch auf ein Wiedersehen mit Cengiz Can. „Der ist sicherlich dabei.”

Germania Lich-Steinstraß: An seinem letzten Arbeitstag bei der Germania beschlich den scheidenden Coach Robert Kroll schon ein wenig Trauer: „Zu wissen, es ist die letzte Ansprache vor dem Spiel, war schon komisch.” Im Rückblick auf die vierjährige Zusammenarbeit mit den Offiziellen im Möhnewinkel hegt er trotz leichter Differenzen in den letzten Wochen keinen Groll. „Es war eine schöne Zeit, ich bin mit den Leuten hier immer gut klar gekommen”, betonte der Alsdorfer. Sicher hätte er sich zum Abschied noch einen Sieg gewünscht, doch dafür reichte es gegen Geilenkirchen dann doch nicht mehr. „Wir hätten auf jeden Fall gewinnen müssen”, ist Kroll überzeugt. Allein Frank Weis hatte die drei Punkte in der Schlussphase dreimal auf dem Fuß, brachte den Ball aber einfach nicht über die Linie. Böse ist ihm sein langjähriger Trainer deshalb aber nicht. „Es tut schon ein bisschen weh, wenn man die Jungs verlässt, mit denen man so lange gearbeitet hat. Ich habe mich mit der Truppe immer gut verstanden, vor allem natürlich mit denen, die länger hier waren wie Frank Weis, Daniel Schmitz oder Bartek Urban.”

Doch am Montag war es mit Simon Schimitzeck einer der Nachwuchsspieler, der seine erfahrenen Kollegen eindeutig in den Schatten stellte. „Das war eine Super-Nuss von Simon. Das freut mich für den Jungen”, lobte Kroll den sensationellen Treffer aus 30 Metern. Im „Möhnewinkel ”stehen nach Krolls Weggang die Zeichen auf Umbruch. Elf Spieler verlassen den Verein, von neun Neuverpflichtungen ist die Rede. Drei davon bringt der neue Coach Gerd Daun mit.