Jülich/Borsum: Bei Angstgegner Borsum fast Remis erreicht

Jülich/Borsum: Bei Angstgegner Borsum fast Remis erreicht

Leider sind die Chroniken der Tischtennis-Bundesligen etwas löchrig, aber niemandem ist bekannt, dass ein Tischtennisspiel des TTC Jülich jemals länger gedauert hat als am vergangenen Samstag in Borsum. Satte 335 Minuten schossen sich die zwölf Akteure den kleinen Zelluloidball um die Ohren.

Nach 72 Sätzen unterlagen die Indeländer mit dem knappsten Ergebnis, das im Tischtennis möglich ist. 7:9 endete die Partie, die an Dramatik und aufkochenden Emotionen kaum zu überbieten war.

Ein Gleichstand nur nach Sätzen

Die Realität ist jedoch bitter: Null Punkte für den TTC zum Saisonauftakt. Hätte man nach Sätzen gewertet, dann wäre für die Jülicher zumindest noch ein Remis herausgesprungen. Und es waren wieder die knappen Spiele das Zünglein an der Waage, denn nur drei der neun Fünf-Satz-Matche gewannen die Indeländer. Doch hier mit mangelnder Erfahrung zu argumentieren wäre falsch, denn beide Teams haben ein Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren. Ganz besonders bitter war für Michael Servaty, dass er nun schon zum dritten Mal in Folge hauchdünn im fünften Satz gegen Irfan Cekic verloren hat. Und der Fluch, dass Jülich nicht in Borsum gewinnen kann, hält ebenfalls weiter an. „Ich habe nicht erwartet, dass es knapp werden würde, insofern können wir eigentlich zufrieden sein, doch wenn man verliert, ist es immer schlimm. Aber die Einstellung und die Moral in meiner Mannschaft haben absolut gestimmt”, erzählte TTC-Trainer Johannes Dimmig.

Offizieller Protest beim DTTB

Ferner kündigte Jülichs Übungsleiter an, dass er beim Deutschen Tischtennis Bund die Leistung der Schiedsrichter monieren wird. „Es war eine absolut desolate Leistung der Unparteiischen. Sie hatten weder die Zuschauer noch die Geschehnisse am Tisch im Griff. Viele Fehlentscheidungen auf beiden Seiten und Störungen durch Zuschauer waren fast die Regel”, schimpfte Dimmig.

Vier Dinge bleiben aus sportlicher Sicht festzuhalten. Erstens: Die Doppel funktionieren. Jülich hätte, wenn Mühlbach/Adler nicht unglücklich in der Verlängerung des Schlusssatzes gegen Borsums Spitzendoppel Zibrat/Szöcs verloren hätte, mit 3:0 führen können. Zweitens: Das obere Paarkreuz ist, wenn Trinko Keen nicht mit von der Partie ist, wahrscheinlich leicht überfordert. Drittens: Dmytrc Pysar scheint im mittleren Paarkreuz ein Juwel zu sein. „Er hat seine tollen Trainingseindrücke absolut bestätigt. Von ihm können wir in den nächsten Jahren noch viel erwarten”, lobt der Trainer. Und last but not least: Gianluca Walther scheint in die Fusstapfen seines älteren Bruders Ricardo zu treten. Auch wenn er „nur” im unteren Paarkreuz spielt, wird er dort vermutlich im Laufe der Saison zu einer Bank werden.

Mit Keen gegen den 1. FC Köln

Der TTC kann also trotz der Niederlage auf den Leistungen aufbauen und frischen Mutes, dann auch mit Trinko Keen, am kommenden Freitag gegen den 1. FC Köln an die eigenen Tische schreiten.

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