1. Lokales
  2. Jülich

Jülich: Begnadeter Pianist Youn eröffnet neue Schlosskonzertreihe

Jülich : Begnadeter Pianist Youn eröffnet neue Schlosskonzertreihe

Die erste Veranstaltung der neuen Saison der Jüliche Schlosskonzerte war der Klaviermusik gewidmet. Mit dem in Korea geborenen William Youn, der heute in München lebt, konnte ein begnadeter Pianist für Jülich verpflichtet werden.

„Wien“ war der Titel des Konzertes. Und so erklangen im ersten Programmteil zwei von Mozarts Klaviersonaten, die zunächst für den praktischen Gebrauch im Unterricht oder Konzertauftritte geschrieben wurden. Sie gewannen zusehends an Bedeutung auch für den Komponisten und wuchsen über die unverbindliche Gesellschaftskunst der Zeit hinaus.

Der hohe technische Anspruch war für den Klaviervirtuosen Mozart selbstverständlich. Mit seinem graziösen, von leichtem Anschlag geprägten Spiel stellte William Youn die Poesie der Kompositionen in den Mittelpunkt.

Bei der Klaviersonate Nr.10 in C-Dur, KV 330 arbeitete der Pianist den heiter verspielten, intimen Charakter der Sonate gekonnt heraus. Der zweite Satz war ein bezauberndes Gesangsstück, eine Romanze, bei der er die melodische Schlichtheit mit feiner Empfindsamkeit und differenziertem Ausdruck bewahrte.

Geniale technische Brillanz

Von ernst heiterer Inhaltsfülle zeugte die Klaviersonate Nr.13 in B-Dur, KV 333. Bei diesem ausgewogenen, anspruchsvollen Meisterwerk zeigte William Youn seine geniale technische Brillanz. Spannung und Energie dominierten in einer thematischen Verdichtung und steter Steigerung des Ausdrucks. Auch die ernste feierliche Stimmung des Andantes wurde feinsinnig interpretiert.

Mit Robert Schumann wurde nach der Pause das Programm fortgesetzt. Die Humoreske Op.20 in B-Dur ist voller Poesie und gab vor allem der musikalischen Interpretation großen Raum. Konturen und Kontraste flossen unscharf ineinander und ließen der inhaltlichen Auslegung freien Lauf.

Ein liebenswürdiges Vortragsstück war „Soirées de Vienne“ von Franz Liszt. Verschiedene Walzerthemen aus den Sammlungen Schuberts wurden von Liszt klangvoll und schlicht umgesetzt und von dem Pianisten ohne virtuose Überwucherung in ihrem ursprünglichen Charakter interpretiert.

Durch sein zurückhaltendes, bescheidenes Agieren stellte William Youn sympathisch seine Musik in den Mittelpunkt. Seine perfekte Anschlagtechnik, die Leichtigkeit seines Spiels und die Feinfühligkeit seiner Interpretation machten den Abend zu einem Hörerlebnis. Für den verdient großen Applaus dankte William Youn mit einer Zugabe.

(hivi)