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Jülich: Bauhof am Rande der Kapazität: Vereine sollen mehr anpacken

Jülich : Bauhof am Rande der Kapazität: Vereine sollen mehr anpacken

Die Vereine in Jülich müssen sich darauf einstellen, dass sie - vorbehaltlich der definitiven Entscheidung der Politik - die Nebenanlagen der Sportplätze in Zukunft mehr oder weniger selbst pflegen müssen.

Der Bauhof ist am Ende seiner Möglichkeiten angelangt. Klare Aussage der Verwaltung im Ausschuss für Soziales, Schule, Kultur und Sport: Um dem Personalabbau im Bauhof auffangen zu können, müssen Standards gesenkt und Aufgaben an Dritte, sprich Vereine, übertragen werden.

Demnach soll der Bauhof zwar weiter große Rasenflächen pflegen, mähen und düngen sowie die Tennenplätze ebnen. Die Vereine hingegen sollen für die Nebenanlagen in die Pflicht genommen werden.

Der Gesamtaufwand des Bauhofs für städtische Sportplätze beläuft sich auf 4755 Stunden pro Jahr. Auf die Vereine könnten 2935 Stunden Aufwand übertragen werden. Dies sei laut Stadt in etwa die Kapazität von etwa zwei Mitarbeitern der Kommune.

Das Vorgehen entsprechend einem Antrag von CDU und FDP könnte sein, als Erstausstattung den Klubs Maschinen wie Rasenmäher, Freischneider und Laubblasgeräte zur Verfügung zu stellen. Pro Platz werden hierfür 3500 Euro veranschlagt. Für Pflege und Maschinenneukauf wären danach die Vereine zuständig. Bei zwölf Sportanlagen plus Baseballplatz Barmen sowie zusätzlicher Ausstattung des Stadions entstünden Kosten von 49000 Euro.

Die Übertragung der Pflege der Nebenanlagen soll mit den Vereinen schriftlich vereinbart werden. Resümee der Verwaltung: Die Etatsituation der Stadt lässt keinen Verhandlungsspielraum mit den Vereinen zu. Dies könnte dazu führen, dass sich der überwiegend gepflegte Zustand vieler Plätze mit der Zeit verschlechtert.

Das rigorose Vorgehen der Kommune gegenüber den Vereinen traf auf entschiedenen Widerstand der Fraktionen. Die Verwaltung könne nicht einfach über das hinweggehen, was die interfraktionelle Sportplatzkommission zum Thema formuliert habe. Mit jedem Verein müsse gesprochen werden. Dezernent Joachim Krause hielt dagegen: „Wir wollen und müssen den Haushalt sanieren. Wie soll das gehen, wenn wiederholt auf die Bremse getreten wird? Ich sehe da Schwarz.”

Der Ausschuss stimmte einem noch zu gestaltenden Sparkurs zu, diktierte der Verwaltung aber, für den Jahresanfang eine „Auftaktveranstaltung” mit betroffenen Vereinen zu organisieren.