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Jülich: „Barrelhouse Jazzband“ wird in Jülich gefeiert

Jülich : „Barrelhouse Jazzband“ wird in Jülich gefeiert

Die „Barrelhouse Jazzband“, kurz BHJB, hat als Gast des Jülicher Jazzclubs im Kulturbahnhof gespielt. Dabei hatte die Gruppe hauptsächlich Interpretationen von Stücken des traditionellen Jazz‘ im Gepäck.

Mit Horst Schwarz (Trompete, Posaune, Gesang), Frank Selten (Saxophone, Klarinette), Christof Sänger (Piano), Cindy Huppertsberg (Kontrabass), Roman Klöckler (Banjo, Gitarre) und Michael Ehret (Schlagzeug) spiegelte die voll besetzte Bühne in der Halle des KuBa den gut gefüllten Zuschauerraum.

„Erregend und harmonisch“

Die Formation wird geprägt von Jazz-Urgestein Reimer von Essen (Klarinette, Altsaxophon), der mit seinen 77 Jahren nun 66 Jahre dem „Jazz verfallen ist“, wie von Essen sagte, und seit 1962 in der Band spielt. Zu seinem Leben mit der Musik sagte er: „Traditioneller Jazz ist zugleich erregend und harmonisch. Zugleich kunstvoll und eingängig.“

„Es ist wahnsinnig, mit welchem Bums man in diesem Alter noch spielen kann“, sagte Hermann Haag anerkennend, und Sigrid Haag fasste zusammen: „Bewundernswert.“

Eröffnet wurde das Konzert mit „When my Dreamboat comes home“, bei dem sich die Musiker mit kurzen Soli auf ihren Instrumenten vorstellten. Schon nach dem Intro folgte, neben reichlich Applaus, Jubel im Publikum.

Gleichzeitig wechselte die BHJB im Programm durch jazzige Musikstile und brachte „The Pearls“ von Jelly Roll Morton zu Gehör. Dazu erläuterte Bandleader Reimer von Essen, der mit seiner Moderation durch den Abend führte: „Jelly Roll Morton hat wunderschöne Stücke der kreolischen Musik geschrieben. Die Stücke beinhalten einige Raffinesse. Deswegen werden die Stücke selten gespielt — von uns schon.“

Jazzige Darbietung von „Let It Be“

Nur wenige Titel im Programm wurden gesanglich begleitet. Unter anderem schnappte sich Horst Schwarz bei „Get Rhythm in your Feet (And Music in your Soul)“ das Mikrofon und brachte neben normal gesungenem Text auch Scat-Gesang, also Gesang, bei dem es um melodisch-rhythmische Gestaltung ohne Wortbedeutung geht.

Etwas anderes war die Darbietung von Paul McCartneys „Let It Be“. Die jazzige Version wurde zu Anfang von der Klarinette von Essens dominiert, der — begleitet vom Piano — die Gesangsmelodie auf seinem Instrument vortrug. Als dann die übrigen Musiker mit einstiegen und weitere Soli während des Refrains folgten, honorierte schließlich das Publikum den Ohrwurm mit Applaus und vereinzelten Jubelrufen.

Darüber hinaus spielte die „Barrelhouse Jazzband“ auch einige Eigenkompositionen. Die „wahrscheinlich schönste“ (von Essen) stellte „The Barrelhouse Showboat“ dar. Geschrieben wurde das Lied von BHJB-Mitglied Horst Schwarz. Auch hier wurden dadurch, dass abwechselnd jeder Musiker im Fokus stand, die Möglichkeiten der Gruppe komplett genutzt.

Mit einer weiteren Eigenkomposition, „Barrelhouse Boogie“, fand die Veranstaltung, die viele Besucher begeisterte, ihr Ende. „Es ist super, wie immer. Wir kennen die Band seit 27 Jahren und reisen ihr hinterher“, sagte Elvira Möller, die für die Gruppe schon bis in die Schweiz gefahren ist.

„Das war heute ein besonderer Abend mit einer renommierten Band. Ich schätze die Gruppe wegen ihres gepflegten Oldtime-Jazz, ihren pfiffigen Arrangements und der tollen Moderation sehr“, frohlockte abschließend Reinhold Wagner, der Vorsitzende des Jülicher Jazzclubs.