Körrenzig: Barockensemble stellt Werke von Bach und Rameau gegeneinander

Körrenzig: Barockensemble stellt Werke von Bach und Rameau gegeneinander

Ein erstklassiges barockes Kammerkonzert inmitten der Geistlichen Woche in St. Peter bildete den krönenden Abschluss der Veranstaltungsreihe „Kultur in der Alten Kirche“. Die Konzertierenden bilden kein festes Ensemble, sondern eine Gruppe von Musikern um den Kölner Bassisten Thomas Bonni.

Jedes Jahr im September erarbeiten sie ein Programm aus dem 17. und 18. Jahrhundert und führen es mit ihren wundervollen Stimmen und mit Darm bespannten, historischen Instrumenten authentisch auf.

Das Programm in der vollbesetzten Alten Kirche umfasste Arien und Kantaten von Johann Sebastian Bach, die vokalen Kammermusikwerken von Jean Philippe Rameau gegenübergestellt waren. Der französische Zeitgenosse Bachs wurde auch „französischer Bach“ genannt, wie Dr. Bernd Zähe vom veranstaltenden Förderverein „Rettet die Alte Kirche Körrenzig“ in der Begrüßung sagte.

Die Gäste lauschten andächtig der in Perfektion zu Gehör gebrachten Musik unter der Überschrift „Barocke Kammermusik für Streicher und Stimmen“, nahmen Unterschiede und Gemeinsamkeiten wahr. Der größte Unterschied ist wohl der, dass Bach für die Kirche komponierte, während Rameau seine Werke für die höfische Gesellschaft in Versailles schrieb.

Zudem wirken Rameaus Werke ein Stück weit harmonischer und romantischer. Stürmisch führte Bachs „Gleich wie die Wilden“ aus BWV 178 mit Bass-Arie (Thomas Bonni), Violine (Danylo Gertsev), Laute (Klaus Mader) und Basso continuo ins Konzert hinein. Die Standardbesetzung für den Basso continuo im Barockzeitalter waren Cembalo (Markus Goecke) und Violoncello (Markus Möllenbeck).

Gleich viel gedämpfter, im weichem melodischen Ton der Sopran-Arie von Alexandra Untiedt schloss sich Bachs BWV 36 an, ebenfalls mit Violine, Laute und Basso continuo. Als „Rarität“ bezeichnete Bonni Bachs „Lass mein Herz“ aus dem BWV 163 mit Bass-Arie, Cello, Gambe (Antje Plieg-Oemig) und basso continuo.

Hervorragend passten die dunkel klingenden Instrumente und Stimme zum Text: „Lass mein Herz die Münze sein … lass die dunkle Sündenhöhle, komm ans helle Licht gegangen“. Erstes Stück von Rameau war „La Laborde“ in G-Dur aus „Pièces de clavecin en concerts“ (Cembalostücke in Konzerten).

Nach der Pause befehligte der Meeresgott Neptun Wind und Meer in der Bass-Arie „Volez, tyrans des airs“ (Fliegt, Tyrannen des Himmels), hörbar zucken die Blitze. Rameaus ausführliche Kantate „Orphee“ mit Sopran, Violine, Laute und Basso continuo schloss sich an.

Als Schlusstück diente die kürzeste Bach-Kantate „Der Friede sei mit dir“ BWV 158 mit Bass- und Sopran-Soli, Violine und Basso continuo. Andächtig genossen die Zuhörer das gesamte Konzert und spendeten den Musikern kräftigen Applaus. Nicht zuletzt ließen sie Münzen und Scheine ins Spendenkörbchen gleiten.

(ptj)
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