Barmen: Barmener Frühjahrskonzert: Musik-Tradition seit 30 Jahren

Barmen: Barmener Frühjahrskonzert: Musik-Tradition seit 30 Jahren

Einige kurzweilige Stunden bereiteten der Spielmannszug Grün-Weiß Lohn und das Musikcorps Würm mit ihrem gelungenen Frühjahrskonzert den erwartungsvollen Gästen in der voll besetzten Schützenhalle.

1976 fand das erste Konzert mit derselben Besetzung am selben Ort statt, so feierten die Aufführenden mit dem gastgebenden Maiclub Barmen ihr 30-jähriges Konzertjubiläum, wie Maiclubvorsitzender Marc Bellartz in Erinnerung rief. Traditionell kommt das Konzert zweijährig, „in jedem geraden Jahr“ zur Aufführung. Bei der Barmener Maikirmes spielt der Lohner Spielmannszug seit 55 Jahren auf, das Würmer Musikcorps stieß zehn Jahre später dazu.

Den Reiz des Konzertes, eröffnet durch den eindrucksvollen „Geschwindmarsch nach Motiven aus Quadrillen“ nach Johann Strauss, machte erneut die unterschiedliche Instrumentierung der beiden Blaskapellen aus. Auf der Bühne spielten die „Würmer“ unter Leitung von Thomas Schrouff mit diversen Blech- und Holzblasinstrumenten auf, darunter Posaunen, Tuben und Klarinetten.

Mit Marschtrommeln und Becken, klappenlosen Querflöten und Lyren (Glockenspielen) hatte sich der Spielmannszug in voller Breite im Saal vor der Bühne platziert. Dirigiert wurde er von Korpsführer Thomas Graff. Beide Formationen hatten durchaus anspruchsvolle und für Blaskapellen ungewöhnliche Vorträge im Angebot und präsentierten damit eindrucksvoll ihre Konzertfähigkeit. Das Würmer Musikcorps brachte etwa die „Toccata in D minor“, von Johann Sebastian Bach, aber in der Rockversion von Jan van Kraeydonck, zu Gehör, oder „Mexico-Life“, ein Medley im lateinamerikanischen Stil in einer Bearbeitung von Walter Tuschla.

Der Lohner Spielmannszug eröffnete mit „Africa“ von Toto, das mit klingenden Glöckchen wesentlich filigraner klang als das Original. Wie einem Konzertbesucher vor zwei Jahren auf dessen Wunsch hin versprochen, interpretierten die Marschmusiker ferner das hörenswerte Charakterstück „Die beiden kleinen Finken“ mit zweistimmigen Querflöteneinlagen. Zum Repertoire zählte unter anderem auch „Lay all your love on me“ von Abba.

Typische Marschmusik-Beispiele waren hingegen der volkstümliche „Olpener Schützenmarsch“ von Ewald Zeucher, der aus den Blasinstrumenten der „Würmer“ ertönte, oder „Der Adler von Lille“ von Hermann Ludwig Blankenburg, gespielt vom Lohner Spielmannszug.

Besonders eindrucksvoll wirkten die abschließenden gemeinsamen Vorträge, allesamt musikalische „Grüße“: Der Regiments-Gruß-Marsch von Heinrich Steinbeck oder der Armeemarsch „Gruß an Kiel“ von Friedrich Spohr. Der zu den „Grüßen aus dem Egerland“ von Leopold Wenzl hinzugedichtete Text durfte gerne mitgesungen werden: „In Barmen ist Kirmes, ja jetzt geht’s los, der Maiclub ist wieder unterwegs...“

Die Gäste an den Tischen im Saal hatten Freude am Konzertprogramm und spendeten entsprechend kräftigen Applaus. Während der Veranstaltung war noch nicht klar, ob der Barmener Maiclub einen König krönen kann oder nicht. Wie Bellartz verriet, hatte sich erst einen Tag nach der Clubversammlung „ein König herauskristallisiert, der dann hoffentlich auch gewählt wird“.

(ptj)
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