Jülich: Ballonfestival vom Winde verweht

Jülich: Ballonfestival vom Winde verweht

„Der Wind, der Wind, das himmlische Kind”, heißt es im Märchen „Hänsel und Gretel” der Gebrüder Grimm. Doch der Wind zeigte sich am Wochenende gar nicht so himmlisch und auch wenig einsichtig. Unter den Launen der Natur litt das erste Ballonfestival im Brückenkopf-Park, das über drei Tage Interessantes, Aktionen und Spannung versprach.

Idee und Planungen der Firma Ballonträume Knospe, des Deutschen Roten Kreuzes Jülich und der Park GmbH wurden förmlich vom Winde verweht, so dass zum Unmut der Besucher, die zum Teil von weit her gekommen waren, einige Veranstaltungspunkte - wie der Ballonmassenstart, die Demonstrationen der Fallschirmspringer und der Paraglider - kurzfristig abgesagt werden mussten.

Im Gespräch mit Ballonfahrern

Die offizielle Eröffnung erfolgte am Freitag in der Blumenhalle des Parks. Dort wurden noch einige organisatorische und technische Details besprochen. Große und kleine Besucher nutzten derweil am Apfelquadrat die Gelegenheit, einmal die Ballonkörbe aus der Nähe zu betrachten und das Gespräch mit den Ballonfahrern zu suchen. Zum geplanten abendlichen Start von 30 Ballonen kam es indes nicht. Windgeschwindigkeiten über neun Knoten machten alle Hoffnungen zunichte.

Der Samstagmorgen begann aussichtsreicher. Elf Ballone stiegen gegen 6 Uhr gen Himmel und schwebten lautlos über die noch schlummernde Herzogstadt bis in die Nähe von Grevenbroich. Im Verlauf des Tages kamen dann erneut vermehrt Windböen auf, die einen großen Teil des Veranstaltungsprogramms platzen ließen. Ein kleines Trostpflaster bildete ein 50 Meter hoher Kran, der einen Ballon in luftige Höhen zog und so ein wenig Ballonfahrer-Feeling vermittelte.

Zahlreiche Besucher, die eigens zum Start der 30 Ballone und der drei Heißluftschiffe angereist waren, traten wegen der Absagen enttäuscht den Heimweg an. Zum Abend hin verlagerte sich das Geschehen an die Hauptbühne des Stadtgartens. Dort spielte zur Freude der zahlreichen Gäste die Würselener Cover-Band „Wheels” auf. Bis in die Nacht war mit Oldies und aktuellen Songs Partystimmung angesagt. Die sechs Musiker und beiden Sängerinnen heizten dem Publikum mächtig ein und hielten den Stimmungspegel auf einem hohen Level.

Ein optisches Sahnebonbon boten die Veranstalter zu vorgerückter Stunde mit dem „Nightglowing”. Viele der Ballonfahrer errichteten ihre Körbe auf dem Gelände. Gegen 22.30 Uhr wurde es dunkel und still im Umfeld der Körbe. Dann setzte plötzlich Musik ein und zu den Klängen feuerten die Ballonfahrer ihre Brenner. Meterhohe Flammen erhellten unter dem Beifall der Besucher den Nachthimmel. Zur Überraschung der Gäste marschierte gegen Ende der feurigen Darbietung die Dudelsackgruppe Hochland-Heistern mit ihren Pipes and Drums sowie original schottischen Uniformen ein.

So bot das farbenfrohe Szenario doch einen kleinen Ersatz für die ausgefallenen Veranstaltungspunkte und tröstete das verbliebende Publikum. „Uns selber tut es furchtbar leid, dass die Ballone nicht starten konnten. Alles war so prima vorbereitet, aber gegen Wind und Wetter sind wir machtlos”, bat Mitveranstalterin Angelika Junggeburth um Verständnis.