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Ausstellungstag des Vereins Euregio Spur Null

Verein Euregio Spur Null : Die Welt auf Schiene und Platte

Der Verein Euregio Spur Null hat den ersten Linnicher Modellbahntag in der Rurauenhalle der Dorfgemeinschaft Tetz veranstaltet.

Neben zahlreichen Händlern, teilweise aus größerer Entfernung zu dem Ereignis angereist, boten auch der Eisenbahnamateurklub Jülich und die Modellbahngemeinschaft Kerpen-Düren Einblicke in ihr Schaffen und konnten nach Veranstalterinformation insgesamt über 650 Besucher in die Halle bewegen.

„Wir haben heute ein Modell eines Spitzkehrenbahnhofes im Maßstab 0, das heißt 1:45 gegenüber der Realität, mitgebracht. Diese Bauweise war vor dem Zweiten Weltkrieg Standard, danach wurde hauptsächlich im Maßstab H0, also nur noch halb so groß gebaut. Neben dem Wunsch, dieses vielfältige Hobby wieder mehr ins Gespräch zu bringen, ist es ein Ziel unseres Vereines eine größere Modellbahn in diesem Maßstab zu bauen“, erklärte Wolfgang Röther, Vorsitzender von Euregio Spur Null.

Diese Art von Bahnhof sei gerade in früheren Zeiten bedeutsam gewesen, da er dazu dient, Bahnen ohne größeren Aufwand über einen Höhenunterschied hinwegzusetzen. Da frühere Dampflokomotiven wegen des Kühlwassers des Kessels nur vorwärts fahren konnten, verhinderte die Bahnhofsanlage auch die größte Katastrophe, die sogenannte Kesselzerplatzung.

Das Ziel, den Modellbau wieder mehr in die Öffentlichkeit zu tragen, scheint ob der Besucherzahlen aufgegangen zu sein.Es nutzten gerade auch Familien den Tag, um ihren Kindern die Eisenbahnen zu zeigen. Röther sieht dabei aber noch Spielraum nach oben: „Schade finde ich, dass gerade der Fachhandel zurückgegangen ist. Früher gab es hier im Umkreis viele Geschäfte, in denen zur Weihnachtszeit Modelleisenbahnen in Winterlandschaften in das Schaufenster gestellt wurden. Das vermisse ich sehr, seit Aufkommen des Internethandels.“

Die Modellbahngemeinschaft Kerpen-Düren (MGKD) präsentierte einen realitätsgetreuen Nachbau der Rurtalbahn von Düren nach Heimbach, der noch ständig erweitert wird. Mehrere Broschüren und Aushänge informierten dabei über die Geschichte der Rurtalbahn und das Vorhaben des Nachbaus.

Obwohl zum Vollbetrieb der Anlage stets mindestens vier Menschen benötigt werden, nahm sich Mitglied Friedhelm Koch die Zeit, sie etwas näher zu erläutern: „Unser Ziel ist es die Realität um die 90-er Jahre annähernd genau abzubilden, und dabei benutzen wir die Baugröße N, das bedeutet, das Verhältnis zur Realität ist 1:160. Besonders interessant ist die Materialbeschaffung: Teilweise gehen wir selbst raus, machen Fotos und messen nach. Für den Heimbacher Bahnhof wiederum wurden uns die originalen Baupläne zur Verfügung gestellt, an denen wir uns orientiert haben.“

Einen weiter von der Realität entfernten, aber auch freieren, Ansatz wählte der Eisenbahnamateurklub Jülich (EAKJ; www.eakj.de), der zum ersten Mal seine im Bau befindliche Modulanlage präsentierte. „Bei einer Modulanlage werden dem Namen nach mehrere Einzelmodule zu einer gesamten Modelleisenbahn zusammengeschlossen. Auf diese Weise kann jeder frei sein eigenes Puzzlestück bauen und es muss nur abgesprochen werden, an welcher Stelle die Bahnschienen miteinander verbunden werden“, erläuterte ein Mitglied des Vereines. Olaf Gardeick, hat sich beispielsweise für sein Modul etwas Besonderes einfallen lassen: Mithilfe eines sogenannten Arduino-Chips und einer Magnetbahn fahren auf seinem Modul auch Autos, die auch einen Bahnübergang passieren, oder ein Bus, der gelegentlich die vorgesehene Haltestelle ansteuert.

Auch für das nächste Jahr ist wieder ein Modellbahntag angesetzt, der voraussichtlich erneut am ersten Sonntag im Oktober 2019 stattfinden soll. Bei Interesse findet sich eine Internetpräsenz unter der Adresse www.euregio-spurnull.de.