Ausstellung von Jürgen Brockerhoff im Jülicher Hexenturm

Ausstellung im Jülicher Hexenturm : Gefunden, gesammelt, gesägt und gemalt

Zu einer besonderen Ausstellung lädt der Jülicher Kunstverein in den Hexenturm ein. Der Künstler und Autodidakt Jürgen Brockerhoff hat Arbeiten verschiedener Schaffensphasen mit nach Jülich gebracht. Eine Kunst, die die Natur hervorbringt, ist für ihn Motivation und Anlass zur Schaffung unterschiedlicher Werke.

Seine Sammelleidenschaft für Naturmaterialien schlägt sich in all seinen Arbeiten nieder. Holz, Steine, Federn, Knochen und Muscheln inspirieren ihn. Immer aber steht auch sein Bedürfnis nach Aussage im Mittelpunkt. Begonnen hat er mit „Pfahlstädten“, grazilen Stadtszenen, die einem Holzpfahl entwachsen und durch Farbigkeit zum Leben erweckt werden.

Materialcollagen mit großer Aussagekraft, Bilder, Skulpturen und Köpfe zeigen die große Ausdruckskraft des Werkes, das getreu dem Motto „gefunden, gesammelt, gesägt und gemalt“ dem Betrachter Einblick in das künstlerische Schaffen Jürgen Brockerhoffs gibt.

Körperlichkeit und Geist

Inspiriert von der afrikanischen Kunst finden sich in den Werken immer wieder die Einflüsse dieser Kultur wieder. Lebendigkeit, Sinnlichkeit, Auseinandersetzung mit Sexualität, Leben, Geburt und Tod sind die dominanten Themen. Neben der Körperlichkeit hat der Geist seinen Ausdruck in der Gestalt des Fetischs gefunden. Der Fetisch, der der Vertreter des Hausherrn ist, das Haus schützt und die unangenehmen Eigenschaften des Hausherren übernommen hat.

Sabine Brock, die ehemalige Vorsitzende des Kunsthauses Mettmann, interviewte in ihrer Einführung den Künstler, der die Eigenständigkeit in seiner künstlerischen Aussage betonte. Er stelle sich ständig neuen Herausforderungen und Erfahrungen und berichtete von seiner ungezügelten Lust, etwas zum Ausdruck zu bringen. So arbeite er momentan vorwiegend mit der Kettensäge und lasse, inspiriert durch Material, Struktur und Form aus dem Holz Gestalten und Charakterköpfe entstehen, die auch in der Ausstellung vertreten sind. Von starker Ausdruckskraft sind seine Acrybilder, die auf Eisenplatten gemalt und mit mehreren Lackschichten versehen eine besondere Atmosphäre ausstrahlen.

Auf die eigenwilligen Arbeiten des Künstlers muss sich der Betrachter einlassen und sich mit ihnen auseinandersetzen. Die Besonderheiten des Materials und seine grundlegende Bedeutung muss erkannt, die Inspiration ihres Schöpfers nachempfunden und eigene Sensibilität entwickelt werden.

„Kunst entsteht in der eigenen Entwicklung“ – Die Worte von Jürgen Brockerhoff umreißen bestens die Vielfalt des Schaffens eines Menschen, der sich intensiv mit der Ethnologie Afrikas beschäftigt hat, Körperlichkeit, Körperbetonung, Sexualität und Sinnlichkeit im Ausdruck seiner Werke zulässt und ihnen dadurch große Ausdrucks- und Aussagekraft verleiht.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 29. September, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.