Jülich: Ausstellung über den reichen Herzog und sein Jülicher Schloss

Jülich: Ausstellung über den reichen Herzog und sein Jülicher Schloss

Das Einflussgebiet von Wilhelm V. reichte von Cloppenburg runter bis nach Sinzig. Das von Axel Fuchs nur von Mersch bis Selgersdorf, aber gut, Fuchs (parteilos) ist ja auch nur der Bürgermeister von Jülich. Wilhelm V. war immerhin der Herzog von Jülich-Kleve-Berg.

Das ist allerdings schon eine Weile her, und dennoch wirkt Wilhelm V. bis heute nach, weswegen sein 500. Geburtstag dieses Jahr auch auf vielfältige Weise gefeiert wird. Ein wichtiger Teil der Feier ist zum Beispiel die Ausstellung „Der reiche Herzog. Renaissancefürst Wilhelm V. und seine Residenz Jülich“, die am Sonntag eröffnet wird.

Wilhelm als begnadeten Schuldenmacher zu bezeichnen, ist wohl keine Übertreibung, denn als reich galt im Mittelalter nicht unbedingt der, der das meiste Geld auf dem Konto hatte, sondern der, der möglichst viel Vorzeigbares besaß, sagt Guido von Büren, Kurator der Ausstellung und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums Zitadelle. Wo das Geld herkam, um das Vorzeigbare, im Fall Wilhelms also besonders das Renaissanceschloss und die Zitadelle, zu bezahlen, interessierte die öffentlichen Wahrnehmung allenfalls am Rande.

Bürgermeister Fuchs erklärte am Mittwoch anlässlich eines Rundgangs durch die fast fertige Ausstellung, die am Sonntag eröffnet wird, die Eigenschaft des Schuldenmachens hätten sich die bürgermeisterlichen Nachfolger Wilhelms erhalten, die derzeitigen Verbindlichkeiten der Stadt Jülich belaufen sich auf etwa 170 Millionen Euro. Natürlich war das nur als kleiner Scherz gemeint, zumal die Öffentlichkeit dieser Tage sehr genau zu wissen wünscht, für was Politik und Verwaltung Steuer- und Kreditmittel denn so verwenden.

Für die Verantwortlichen des Museum Zitadelle ist die Sonderausstellung zu Ehren Wilhelms ein willkommener Anlass, nun endlich einmal nachhaltig auf das kleine Museum aufmerksam zu machen. Denn trotz des neu geschaffenen Stadtmarketings kommen jährlich immer noch nur 7000, 8000 Besucher ins Museum. Dieses Jahr wird das anders, denn man darf erwarten, dass die zusammengetragenen Exponate der Sonderausstellung, die das Leben Wilhelms bestmöglich illustrieren, auch über Jülich hinaus Interesse wecken.

Ein guter Anlass, sich das alles mal anzusehen, ist der Eröffnungstag am kommenden Sonntag, wenn zwischen 11 und 18 Uhr besonders für Familien Programm bei freiem Eintritt ist. Nähere Infos unter www.wilhelm500.de.