Stetternich: Ausstellung im Haus Eifler: Kräftiger Lack trifft zartes Aquarell

Stetternich: Ausstellung im Haus Eifler: Kräftiger Lack trifft zartes Aquarell

Eine sehenswerte Ausstellung lockte am Wochenende zahlreiche Kunstinteressierte in das inspirierende Ambiente von Haus Eifler im Stetternicher Mühlenweg. Das malerische Anwesen mit Fachwerkelementen stammt aus dem Jahre 1698 und gehört dem Vater der Künstlerin Fiona Stahn in der vierten Generation. Auf Wunsch vieler Kunstliebhaber fand relativ kurzfristig eine attraktive Ausstellung mit Werken von Fiona und ihrem Verwandten Stefan Stahn im Gartenpavillon statt.

Die Kunstrichtungen der beiden unterscheiden und ergänzen sich gleichzeitig: Fiona, die sich selbst bescheiden als „Hobbykünstlerin“ bezeichnet, präsentierte ihre der naiven Stilrichtung zuzuordnende Lackmalerei. Ihre zumeist großformatigen Bilder in strahlenden Farben sind im Grunde schlicht gehalten, aber stark mit ornamentalen Elementen ausgefüllt.

Die junge Frau arbeitet mit Acryllack, dazu mit silberfarbenen Stiften und Nagellack. Ein Bild in gelb/grün/brauner Farbnuancierung zeigt zum Beispiel eine Hügellandschaft in Nordengland, die ein von hinten wahrzunehmender Mann betrachtet. Den Reiz des Werkes machen Originalstoffe aus der nordenglischen Gegend aus, mit denen die Hügel ausgefüllt sind.

Ein anderes Beispiel ist ein strahlend blaues Gemälde mit einem schwarzen Schiff im Bildmittelpunkt, optisch durch einen gelbgemusterten Ring gehalten. Ringsumher umschwimmen viele Meereswesen diesen Ring, stehende Vögel verweilen hingegen links und rechts am Rand.

Fiona Stahn arbeitet ein paar Wochen bis zu einem Jahr an einem Bild, je nachdem, „wie es fließt“. Die Ausstellung im elterlichen Haus ist nach der im Altenzentrum St. Hildegard erst ihre zweite.

Ihr Verwandter Stefan Stahn hingegen malt schon „von Kindesbeinen an“ und hat früher mehrfach ausgestellt. Er ist archäologischer Zeichner, der seine Fähigkeiten auch beruflich einsetzt. Die Motive seiner Werke in Öl, Aquarell und Tusche sind „stark naturalistisch. Mich hat auch immer das Mystische fasziniert“, betont er. Weil er „durch die Familie seiner Frau stark mit Schottland und England verbunden ist“, stammen seine Motive häufig von dort. Dabei handelt es sich etwa um das „Lindisfarne Castle“ oder das „Bamburgh Castle“ in Northumberland/England, die Stahn von Fotos oder Skizzen in Aquarelle übertragen hat.

Altlasten und neue Werke

Tuschezeichnungen zeigen unter anderem einen stilisierten Mann mit Hund oder Wolf in einem Wald, einen Zauberer am Waldesrand, der seinen Stab gen Himmel hebt, oder das Porträt einer alten Dame. In der Ausstellung mischt Stahn „Altlasten“ und neuere Werke und zeigt so einen Querschnitt seines Schaffens.

Ein Besuch der Ausstellung im historischen Anwesen führt den gewillten Kunstliebhaber in eine Welt der Inspiration und Erfüllung, er muss dazu nur bereit sein und sich den Werken öffnen.

(ptj)
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