Ausbau des Glasfasernetzes in Jülich und Titz verzögert sich

Ausbau des Glasfasernetzes in Jülich und Titz : „Verzögert sich auf unbestimmte Zeit“

Auf der Homepage klingt das für den Jülicher Ortsteil Koslar ausgesprochen optimistisch: „Herzlichen Glückwunsch! Die Nachfragebündelung war erfolgreich. Nun wird die Bauphase geplant, um einen optimalen Ablauf der Bauarbeiten zu ermöglichen.“ Das schreibt die Deutsche Glasfaser auf ihrer Seite, wo im Kreis Düren – vornehmlich im Bereich der Stadt Jülich und der Gemeinde Titz – 17 Projekte aufgelistet sind.

Im direkten Kontakt mit mehreren Kunden liest sich das Mitte Januar so: „Wir bedauern sehr, mitteilen zu müssen, dass der Glasfaserausbau in Jülich sich auf unbestimmte Zeit verzögert.“ Mehrere Interessenten aus dem Jülicher Land haben der Redaktion gleichlautende Schreiben zur Verfügung gestellt.

Im Falle von Koslar erklärt das Unternehmen, das einen schnellen Breitbandanschluss auf Glasfaserbasis verspricht, weiter: „Deutsche Glasfaser führt aktuell intensive Gespräche mit der Stadt, um schnellstmöglich grünes Licht für den Glasfasernetzausbau zu erhalten.“ Es fehle an der „üblich eingesetzten Kooperationsvereinbarung“, die „zahlreiche auch technische Detailfragen“ regelt. Diese vielen Einzelheiten müssten nun „mit erhöhtem Aufwand gemeinsam mit der Stadtverwaltung granular“ abgestimmt werden, also in Kleinstschritten.

Die angesprochene Vereinbarung hat übrigens auch die Gemeinde Titz nicht in der vom Unternehmen gewünschten Form getroffen, sondern nach einer deutlichen Willensbekundung der Politik eine anderslautende verfasst, wie der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen informierte. Diese habe wiederum das Unternehmen nicht unterzeichnet. In Titz wie in Jülich gibt es Vorbehalte gegenüber dem Verfahren, mit dem die Deutsche Glasfaser die Leitungen in die Erde bringen will. Es setzt vielfach die sogenannte „mindertiefe Verlegetechnik“ ein, bei der Kabel in 30 Zentimetern Tiefe, also recht dicht unter der Oberfläche von Straßen und Gehwegen, in die Erde kommen. Sowohl im Jülicher Rathaus als auch in Titz sind Fälle aus Nachbarkreisen bekannt, bei denen nach Verwendung dieses Verfahrens zahlreiche Unebenheiten aufgetreten sein sollen.

„Was die Bürger bezahlt haben, muss vernünftig bleiben“, stellt der Jülicher Beigeordnete Martin Schulz im Gespräch mit der Redaktion eine kurze und eingängige Formel auf. „Wir sind offen für den Ausbau, wir unterstützen das Unternehmen gern. Aber da müssen jetzt Vorschläge auf den Tisch“, sagte er weiter.

Sprecher der Deutschen Glasfaser haben in der Vergangenheit Kostengründe für die „mindertiefe Verlegetechnik“ angeführt. Es ist bei Leitungen über tausende Kilometer und vielen Anschlüssen erheblich günstiger, die Leitungen nur 30 statt zum Beispiel 60 Zentimeter unter der Oberfläche zu installieren. Von daher bleibt nun abzuwarten, ob das Unternehmen auf die Stadt Jülich zukommt und eine Lösung gefunden wird. In Teilen der Herzogstadt – zum Beispiel Barmen, Bourheim und Koslar – wurden bei einer „Nachfragebündelung“ die von Deutsche Glasfaser geforderten 40 Prozent an Haushalten erreicht, die einen Anschluss beauftragt haben. Das jedenfalls ist auf der Homepage zu lesen. In vielen anderen Orten sei die Überprüfung der Verträge noch im Gange.

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