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Aldenhoven: Aula avanciert zum großen „Welttheater”

Aldenhoven : Aula avanciert zum großen „Welttheater”

Mit der Theatergruppe des Aachener Anne-Frank-Gymnasiums avancierte die Aula der Aldenhovener Käthe-Kollwitz-Realschule für einige Stunden in doppelter Hinsicht zum großen „Welttheater”.

Der grundierte Konsens entfaltete sich sowohl in der dramatisch hintergründigen Komödie „Ein Glas Wasser” von Eugène Scribe (Neufassung Max Frisch), wie auch mit dem vortrefflich arrangierten Ensemble einer talentierten Laiengruppe. Allein schon mit der Vorlage hatte Regisseur Peter Pappert die jugendlichen Mimen herausgefordert.

Hier verlangt es nicht nur einfache Artikulation, hier ist weit mehr die geschliffene Sprache, kontrastierter Jargon und Diktion gefragt. Und genau in diesem Punkt hatte die deutlich angezeichnete Inszenierung eine expressive Markierung gefunden.

Das Geschehen im England des 17. Jahrhunderts kennzeichnen nicht nur Debatten um Krieg und Frieden. Mehr noch sind es Intrigen, hinterhaltige Boshaftigkeit und machtbesessene Einflussnahmen am Hof der Königin.

Wie dokumentierte es doch Lissa Reiners in der Moderation frech und herausfordernd: Ein Brief, ein Hinweis, eine Botschaft oder halt ein Glas Wasser spielen als Effekte mit.

Alina Hollbach gab der Königin Anna in der ängstlich-schwankenden und unschlüssigen Mitteilung ein besonders auffälliges Gehabe. Im Gegenpart der Herzogin von Marlborough dekuvrierte Ina Pappert die Ausgeburt einer kalten, schmallippigen Intrigantin.

Als Ränkeschmieder in Opposition stand Henry St. John (Ben Sütterlin) diesem Treiben in keiner Weise nach. Er zog die Fäden nach Belieben in weltmännischer Gelassenheit mit geschliffenem Zuschnitt.

Hin- und hergerissen fühlten sich Fähnrich Arthur Masham (Niklas Reiners) und die Hofdame Abigail (Julia Haak) im ständigen Wechsel der intriganten Ereignisse. Als Marquis de Tory überzeugte Dominik Paulus, während Batler Thompson (Yan Ma) in stoischer Ruhe Papierschnitzel und das zerbrochene Wasserglas von der Bühne fegte.

Reizvoll waren die wechselnden Einschübe als musikalische Kommentierung, die von Judith Lennartz arrangiert waren. Das Lust- und Intrigenspiel enthielt nicht nur in der vordergründigen Story, sondern auch auch in der aufeinander hervorragend abgestimmten Ensembleleistung eine „kleine Ursache mit großer Wirkung”.

Walter Schleiermacher als Vorsitzender der Aldenhovener Martinus-Aktion nannte die gespielte „Benefix-Sprache” eine bereitwillige Solidarität, zu der kostenloser Applaus eine doppelte Wirkung geben konnte.