Linnich: Auf und ab: Aktueller Linnicher Haushalt gleicht einer Achterbahn

Linnich: Auf und ab: Aktueller Linnicher Haushalt gleicht einer Achterbahn

Einem Wechselbad der Gefühle wurden die Mitglieder des Linnicher Finanz- und Personalausschusses auf ihrer Sitzung am Dienstag ausgesetzt, denn die Zahlen, die von der Kämmerei vorgetragen wurden, haben es in sich.

Der Finanzbericht für das Haushaltsjahr 2015 hatte den Charakter eines vorläufigen Jahresabschlusses. 2015 schließt demnach mit einem Defizit von etwa 4,1 Millionen Euro ab, was gegenüber dem Haushaltsplan noch eine leichte Verbesserung darstellt, denn im Etat war noch ein Minus von rund 4,3 Millionen Euro prognostiziert worden. Wesentliche Haushaltsabweichungen, die unterm Strich zu der leichten Verbesserung beigetragen haben, sind in dem Bericht dargestellt.

Der Finanzbericht für das laufende Haushaltsjahr gleicht mit den darin dokumentierten Aufs und Abs einer Achterbahnfahrt. Als im Stadtrat Mitte Februar der Etatentwurf eingebracht wurde, wies der noch einen Überschuss von rund 3,1 Millionen Euro aus. Eine millionenschwere Gewerbesteuererstattung führte dazu, dass bei der Verabschiedung des Haushalts Ende April nur noch ein Plus von knapp 800.000 Euro übrig geblieben war.

Doch auch diese Zahl ist inzwischen von den Realitäten überholt worden, denn die Stadt hat erneut Post vom Finanzamt erhalten, in der eine kräftige Gewerbesteuernachzahlung für die Jahre 2008 bis 2011 angekündigt wird. Unterm Strich ergibt das eine Verbesserung des Jahresergebnisses auf rund vier Millionen Euro, mit denen die auf Null gestellte Rücklage wieder aufgepolstert werden soll.

Welche Auswirkungen das auf die Höhe der Kreisumlage im kommenden Jahr haben wird, wagt in der Linnicher Kämmerei derzeit keiner vorherzusagen. Beigeordneter Hans-Josef Corsten empfiehlt einen Blick in die Glaskugel, um Klarheit zu finden, wie die Abgaben an den Kreis 2017 und die Jugendamtsumlage auf die kreisangehörigen Kommunen aufgeteilt werden.

(ahw)