Koslar: Auch die Koslarer Rektorin hat am Freitag ihren letzten Schultag

Koslar: Auch die Koslarer Rektorin hat am Freitag ihren letzten Schultag

Wenn sich morgen Mittag rund 223 Schulkinder an der Gemeinschaftsgrundschule West in Koslar lautstark mit Geschrei und freudigem Lachen in die Sommerferien verabschieden, lassen sie bestimmt eine nachdenkliche Birgit Schmidt zurück.

Sie ist Rektorin der Schule und hat ebenfalls ihren letzten Schultag. Nach 25 Jahren in der Schulleitung, davon 15 Jahre als Chefin, tritt sie in den Ruhestand. Auch wenn sie nach Beamtenrecht offiziell am 1. August in den Ruhestand versetzt wird: Morgen hat Birgit Schmidt ihren letzten Arbeitstag. „Wenn ich dann nach Hause komme, werde ich mir ein gemütliches Plätzchen suchen, werde mich zurücklehnen und mit Genugtuung und Freude an die aktive Dienstzeit zurückdenken.“

Dann werden bei der in Lippstadt im Münsterland geborenen Lehrerin 39 Jahre vorbeiziehen. Nach dem Referendariat in Aachen wurde sie zum Schuljahr 1978/79 zuerst nach Koslar versetzt. Von Anfang an war sie der Überzeugung, „dass das wichtigste Gut einer Schule die Kinder sind“. Von dieser Maxime ist sie nicht abgewichen.

1991 wurde Birgit Schmidt als Konrektorin an die Gemeinschaftsgrundschule Nord berufen — für zehn Jahre. „Als dann in Koslar die Stelle einer Schulleiterin vakant wurde, habe ich nicht gezögert und mich beworben“, sagt sie und lacht. „Ich traf noch Lehrerinnen an, mit denen ich zu Beginn meiner Pädagogenzeit zusammengearbeitet habe.“ Apropos Lehrerinnen? Gab es nie ein männliches Wesen, also einen Lehrer als Kollegen? „Das haben wir hier nie hinbekommen“, bedauert die Rektorin, die seit 2001 mit jetzt 14 Kolleginnen das Unterrichtskollektiv bildet.

„Die Frauenquote ist bei den Grundschullehrerinnen einfach höher“, sagt sie. Vielleicht liege das daran, „dass Männer einfach lieber mit größeren Schulkindern arbeiten“. Stolz ist die scheidende Lehrerin darauf, dass sie schon in jungen Jahren gesellschaftliches Engagement „abseits“ des Schuldaseins zeigte, nunmehr seit 40 Jahren Mitglied in der Lehrergewerkschaft Kreisverband Düren ist, darüber hinaus auch noch im örtlichen Personalrat.

Das bevorstehende Ende ihres Schuldienstes ist auch mit Wehmut verbunden. Birgit Schmidt: „Es ist schon ein etwas schwerer Abschied von den Schülerinnen und Schülern sowie den Kollegen. Aber es wird trotzdem ein besonderer Tag, den wir zusammen gebührend feiern.“

In den letzten Jahren hat sie einen Strukturwandel an der Schule festgestellt. „Die Schüler und die Eltern leben teilweise anders, müssen auch berufsbedingt ein anderes Freizeitverhalten an den Tag legen. Es gibt soziale Veränderungen, es gibt den Aspekt der neuen Medien“, zählt Schmidt auf und erwähnt das selbstständige Lernen. „Nicht zu vergessen, dass die individuelle Förderung der Schüler im Vordergrund steht.“ Darauf müsse das gesamte Kollegium reagieren. „Auch für uns Pädagogen haben sich gravierende Veränderungen ergeben“. Sie habe an der GGS West immer ein „ausgezeichnetes, tüchtiges und fleißiges Lehrerkollegium“ an ihrer Seite gewusst.

Ihre Tochter hat ebenfalls den Pädagogenberuf gewählt. „Ich konnte es nicht verhindern“, lacht Schmidt. Ihre Erfahrung nach fast vier Jahrzehnten: „Wichtig ist einfach, dass man Kindern offen begegnet, und wenn ihr Verhalten noch nicht so ist, wie man es erhofft oder erwartet, muss man Geduld zeigen. Die Kinder sind immer freudig und fröhlich, sie sind auch immer voller Vertrauen in diesen erwachsenen Menschen, der vor ihnen steht. Das alles zu erleben, macht das Schöne am Grundschullehrerberuf aus.“

(hfs.)