Stetternich: Atomiade: Wissenschaftler treffen sich beim Wettkampf

Stetternich: Atomiade: Wissenschaftler treffen sich beim Wettkampf

Die Atomiade ist das Aushängeschild für die Sportler der Europäischen Forschungsanstalten, die unter dem Begriff Asceri-Gemeinschaft (Association of the Sports Communities of the European Research Centres) auftreten.

Vom 5. bis zum 8. Juni werden über 1300 Sportler Gäste des belgischen Instituts JRC-Geel (Institut für Referenzmaterialien und -messungen) sein. Nach vielen Jahren tritt Asceri nun unter einem neuen Logo auf, das deren Botschafter Heinz Rhein aus Stetternich nun an den Vorstandsvorsitzenden des Jülicher Forschungszentrums (FZJ), Professor Dr. Manfred Marquardt als einem der ersten überreichte.

Es war der Antrittsbesuch des Asceri-Botschafters Heinz Rhein beim neuen Vorstandsvorsitzenden des FZJ. Dass dieses Treffen recht ausführlich geriet, war auch der „Neugier“ des FZ-Chefs geschuldet, der sich ausführlich über die sportlichen Aktivitäten der Asceri-Gemeinschaft unterrichten ließ. Schließlich nehmen auch Sportlerinnen und Sportler aus Jülich an der 15. Atomiade in Belgien teil. Marquardt zeigte sich sehr erfreut darüber, dass er als einer der ersten den neuen Flyer in Händen halten durfte.

Beim Entwurf, der seinen Anfang im 2013 hatte, einigte man sich darauf, dass der neue Flyer „alte und neue Elemente vereinigte sollte. Im Mai 1979 wurde der Stetternicher beim damaligen 10. Internationalen Reaktoren-Fußballturnier zum Koordinator für Sportbegegnungen Europäischer Forschungseinrichtungen gewählt. Auf der Suche nach einem Logo für die Sportgemeinschaft beriet er sich mit Wissenschaftlern und Grafikern, man kam zum Ergebnis, dass das „Modell eines Lithium-Atoms“ den Anforderungen entspricht, zeigt es sinnbildhaft im Kern drei Sportler.

Warum Lithium? Dabei erinnert Heinz Rhein an die Zehn-Drachmen-Münze, die in Griechenland bis zum 31. Dezember 2001 offizielles Zahlungsmittel war. Auf der einen Seite der Münze sieht man das Modell eines Lithium-Atoms. „Ein Element für seelische Ausgeglichenheit und fröhliches Gemüt“, berichtete der Asceri-Botschafter und ergänzte, dass die andere Seite den griechischen Naturphilosophen Demokrit zeigt. Wenn man so wolle ein Vordenker der Atomlehre, schließlich zählte er schon in der Antike zu den Begründern der Atomistik und hatte zudem den Beinamen der „lachende Philosoph“.

„Alles Attribute, die wir auch gerne als europäische Sportlerfamilie vertreten“, betonte Rhein, der in dem „CERI“-Symbol das zentrale Organ der Gemeinschaft sieht mit den drei Hauptaktivitäten Winter-, Sommer- und Miniatomiade.

Ein Filmteam ist dabei

Die 15. Atomiade findet nun an den vier Tagen (5. bis 8. Juni) im belgischen Geel in der Nähe von Mol statt. Dort messen sich über 1300 Sportler aus 13 Nationen in insgesamt 15 Sportarten. Ob Leichtathletik, Badminton, Basketball oder Tischtennis, ob Fußball, Golf, Schach oder Schwimmen und Inlineskating, das Traditionelle trifft auf die Moderne. „Wir bieten auch Gokart, Segeln und Mountain Bike an“, freut sich Rhein auf die kommende Begegnung, bei der es aber nicht nur sportlich, sondern auch historisch zugehen wird.

Erstmals in der Geschichte der Atomiade wird ein Filmteam aus Belgien nicht nur die Sportler begleiten, sondern auch eine Dokumentation zum Hintergrund und Einfluss der Nuklearstandorte in der dortigen Region erstellen. Dabei soll, so ließ Henry Koekenberg als Präsident der Asceri wissen, auch das Zustandekommen der europäischen Sportlerfamilie herausgestellt werden.

Mit Heinz Rhein wählte das Präsidium dann den „Mann der ersten Stunde“ aus, „Dies ist für uns die einmalige Gelegenheit, die Sichtbarkeit von Asceri zu erhöhen. Dies wird uns zweifellos bekannter machen und unserem Ziel dienen, Wissenschaftler über den Sport näher zusammen zu bringen“, erläuterte Koekenberg. Der bedankte sich vorab bei seinem Botschafter und ist sich sicher, „dass unser 15. Turnier ein großer Erfolg sein wird.“

Dass der FZJ-Vorstand die Aktivitäten von Rhein weiter unterstützen wird, diese Zusage konnte er persönlich auch vom neuen Vorstandschef Wolfgang Marquardt entgegennehmen. „Worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe“, verriet er anschließend, um gleich in die Zukunft zu schauen. So wird die 13. Winteratomiade 2017 in Grenoble ausgerichtet, das 32. DATEF, ein Arbeitstreffen der europäischen Forschungsgemeinschaft, findet im gleichen Jahr ebenfalls in Frankreich, in Cadarache statt.

„Und wenn alles klappt, dann wird die 16. Atomiade wieder in Deutschland in Dresden-Rossendorf stattfinden“, sagt der Atomiade-Vater und Ehrenpräsident, der dieses mittlerweile größte Turnier auf europäischer Forschungs-Ebene im Jahre 1973 mit ins Leben rief. Und dessen Rat auch heute noch auf den Vorstandsetagen der Zentren gefragt ist.

(hfs.)