Inden/Altdorf: Asylkreis Inden enttäuscht: Wohnsituation der Flüchtlinge unverändert

Inden/Altdorf: Asylkreis Inden enttäuscht: Wohnsituation der Flüchtlinge unverändert

Bereits zum zweiten Mal traf man sich in Inden auf Einladung des Asylkreises, um gemeinsam über die Situation zu beraten, in der sich die rund 180 Flüchtlinge in Inden/Altdorf befinden. Waren es beim ersten Treffen überwiegend Indener Bürger, Vertreter der Vereine und Institutionen sowie der Schulen und Kindergärten, hatte man sich nun besonders an die Politiker und Vertreter der Verwaltung gewandt.

Und sie waren dann auch neben einigen anderen engagierten Mitmenschen und einigen Flüchtlingen gekommen, denn das größte Problem der Hilfesuchenden in Inden ist ihre Unterbringung. Seit mehr als zwei Jahren leben etliche von ihnen in einem Provisorium.

Damals, als die Flüchtlingswelle auch nach Inden schwappte, war es die beste Lösung für sie, Container aufzustellen und sie in Mobilheimen unterzubringen, wie man sie auch von Campingplätzen kennt. Doch das konnte natürlich nur eine Übergangslösung sein, denn diese sogenannten Chalets und auch Container sind im Winter schlecht zu beheizen und im Sommer heiß.

Außerdem, so fand auch Reiner Lövenich, der gemeinsam mit Caroline Pinkert als Sprecher des Asylkreises die Anwesenden im katholischen Pfarrheim begrüßte, verhinderten sie Integration und Kommunikation. Gemeinsam mit 50 Aktiven kümmern sich Lövenich und Pinkert um die Flüchtlinge, von denen 80 bereits als solche anerkannt sind. „Integration heißt Bildung, Sprache, Teilhabe, Begegnung und Kommunikation“, erklärte Lövenich und dabei sei die Unterbringung in Containern und Wohnmobilen nicht förderlich.

Doch in Inden ist Wohnraum knapp, was nicht zuletzt auf den besonderen Status als Umsiedlungsstandort zurückzuführen ist. Unter den 180 Flüchtlingen befinden sich etwa 40 Alleinreisende, die übrigen sind Familien in verschiedenen Konstellationen wie Bruder und Schwester, Vater und Tochter, Mütter mit Kindern.

Dies erschwert die Unterbringung noch zusätzlich So wird dringend Wohnraum für eine Mutter mit drei heranwachsenden Kindern gesucht. Eine andere Familie mit Baby, das gesundheitliche Probleme hat, müsste ebenfalls dringend aus ihrem Mobilheim heraus.

Blockiert

Bürgermeister Jörn Langefeld und sein Dezernent Dirk Heinen kennen die Problematik. Doch, so erklärte Langefeld, scheitere es am Rat der Gemeinde. Man habe bereits zwei Grundstücke gekauft und auf ein weiteres eine Option, doch der Rat blockiere die Verwirklichung von Bauprojekten. „Die Politiker wollen keine Entscheidung treffen, da sie ihren Wählern keine Asylunterkünfte in ihrer Nähe zumuten wollen“, erklärte er. Sein Bestreben sei es dagegen immer gewesen, menschenwürdige Unterkünfte zu schaffen.

Seine Anmerkungen führten zunächst einmal zu einigem Unmut und auch gegenseitiger Schuldzuweisung, und Moderatorin Heike Mertens hatte schon einige Mühe, die Wogen zu glätten. Woran es nun tatsächlich liegt, konnte an diesem Abend nicht geklärt werden. Die anwesenden Politiker betonten, dass man sich bei der Ausschusssitzung im Januar 2018 noch einmal mit der Problematik beschäftigen und nach Lösungen suchen werde.

Der evangelische Pfarrer Daniel Müller Thòr berichtete von einem Projekt, bei dem es um „Herbergssuche“ gehe. In einem Adventskalender sollen regelmäßig Familien vorgestellt werden, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind, und vielleicht könne hier etwas bewirkt werden. Ansonsten regte er an, doch einmal bei den Bundestagsabgeordneten des Kreises um Hilfe zu bitten und auf die besondere Problematik der Wohnraumbeschaffung am Umsiedlungsstandort hinzuweisen. Gerne erklärte er sich auch bereit, bei einer Ausschusssitzung als Moderator zu fungieren.

Am besten aber, so war man sich einig, seien persönliche Gespräche mit Personen, die über freien Wohnraum verfügen. Letztendlich aber war es ein enttäuschendes Fazit, das Karoline Pinkert nach rund zwei Stunden zog. „Wir müssen uns schämen“, meinte sie im Hinblick auf die Flüchtlinge, für die auch nach mehr als zwei Jahren keine Lösung gefunden wurde. Außerdem bedauerte sie, dass diese Gesprächsrunde wieder einmal dort geendet habe, wo auch die Sitzungen enden, bei Schuldzuweisungen.

Enttäuschend war für sie diese Runde. Bei den nächsten Treffen werde man wieder mehr auf engagierte Bürger bauen.

(Kr.)
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