Aldenhoven: Armut in Aldenhoven: Ein großes Thema

Aldenhoven: Armut in Aldenhoven: Ein großes Thema

Die soziale Situation der Aldenhovener Bürger liegt Charles Cervigne, dem evangelischen Pfarrer, am Herzen. In vielen Aktionen bemüht er sich, die Bevölkerung hierfür zu sensibilisieren.

Hieraus resultierte auch eine seiner letzten Aktionen, das Referat mit dem Thema „Armut in Aldenhoven”, welches am Donnerstagabend relativ viele interessierte Menschen angezogen hatte. Zu diesem Thema sprach mit Peter Pörner ein profunder Kenner der Aldenhovener Situation, mit der er seit einigen Jahrzehnten dienstlich zu tun hat.

Ein verlässlicher Partner

Inzwischen ist der frühere Sozialamtsleiter der Gemeinde Aldenhoven zum Sachgebietsleiter für den Nordkreis Düren für den Bereich „Hartz IV” bestellt worden. „Ein sehr engagierter, verlässlicher Partner”, so stellte ihn Charles Cervigne vor. „Hartz IV” hat die Sozialhilfe abgelöst mit dem Ziel die traditionellen Sozialleistungen der Kommunen und die der Arbeitsverwaltung zusammenzuführen. Zuständig hierfür ist der Kreis Düren. Für die Empfänger der Sozialleistungen in der Gemeinde Aldenhoven ändert sich nichts. Sie werden von denselben Sachbearbeitern betreut wie bisher.

Peter Pörner gab zunächst einen Überblick über die Rechtslage und die Entstehung von „Hartz IV”, die aus der Grundsicherung für Erwerbsfähige und außerdem aus der Grundsicherung im Alter besteht.

„Fördern und Fordern” ist das Grundprinzip für die Leistungsart. Das Fördern steht für die Gewährung von Leistungen und das Fordern für das Bemühen des einzelnen Hilfeempfängers, aus der Misere herauszukommen. Von ihm, dem Erwerbsfähigen, wird gefordert, jede mögliche und zumutbare Arbeit anzunehmen.

Deshalb arbeiten Leistungsabteilung und Arbeitsvermittlung - Jobcom - eng zusammen. Die Grundleistungen seien nach dem Willen des Gesetzgebers so bemessen, dass sie ein menschwürdiges Leben führen können. Pörner bestätigte das große Engagement seiner Kollegen von Jobcom, die sich sehr bemühen, die Hilfeempfänger in Arbeit zu bringen, sie von den Leistungen der öffentlichen Hand zu befreien. Man merke schon den Konjunkturaufschwung; denn die Anzahl der Vermittlungen nehmen zu.

„Ist der Hartz-IV-Empfänger arm?” Diese Frage wurde im Zusammenhang mit den von Peter Pörner genannten Zahlen über die Höhe der Grundleistungen und möglichen Sonderleistungen diskutiert mit dem Ergebnis, dass eine solche Aussage nur relativ zu sehen sei. Thema war auch das in jüngster Zeit so lebhaft diskutierte „Bildungs- und Teilhabepaket”, das einem Antragsverfahren unterliegt. Man könne davon ausgehen, dass bisher nicht jeder den Antrag gestellt hat.

Pörner erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Sanktionen, die manchen Hilfeempfänger treffen, weil er entweder nicht bereit ist, ihm übertragene Arbeiten anzunehmen oder gar Meldefristen versäumt. Bei manch einem liegt das in einer Hilflosigkeit oder nur Schluderigkeit begründet.

„Hier fehlt eine Lotsenstelle, die insbesondere für Jugendliche angebracht wäre” so die Meinung von Streetworker Thielen. Pörner hierzu: „Wir beraten jeden gerne.” Diese Aussage galt auch für verschiedene persönliche Fragen, die der eine oder andere Zuhörer auf dem Herzen hatte.