Arkitektus GmbH bedauert irreführende Aussagen

Studentenwohnungen sind erst in Planung : Arkitektus GmbH bedauert irreführende Aussagen

Die Idee ist nicht neu. Vor drei Jahren hat die Arkitektus GmbH am Freiwalder Weg nahe dem FH-Campus ein Areal erworben, um dort ein ehrgeiziges Projekt zu entwickeln: 240 Studentenwohnungen sollen in zwei Gebäuden mit je drei Etagen realisiert werden.

„Arkitektus ist ein unabhängiges Immobilieninvestmentunternehmen mit Schwerpunkt auf energieneutrale Wohnumgebungen“, heißt es auf der  Internetseite der Firma, die in Deutschland tätig ist, vor allem aber in den Benelux-Staaten.

„Wir entwickeln energieneutrale Wohnumgebungen, weil wir davon überzeugt sind, dass eine gesündere, komfortable Wohnerfahrung dazu beiträgt, die Lebensqualität zu verbessern“, heißt es auf der Arkitektus-Seite weiter. Ein Projekt, das also gut zu Jülich und dem Campus passen würde.

Bis Mittwoch wurde auf dieser Seite auch das Jülicher FH-Projekt beworben. „Bring Dein Gepäck mit, der Rest ist schon da“, hieß es da etwa, ganz so, als ob man in bereits fertige Gebäude einziehen könne. Nur eine der Merkwürdigkeiten auf der Internetseite. So wurde eindeutig der Eindruck erweckt, als ob sich Arkitektus, die FH Aachen und die Stadt Jülich entschieden hätten, das Projekt gemeinsam zu realisieren.

Eine Aussage, der nicht nur die FH Aachen deutlich widerspricht. „Wir begrüßen es, wenn ein Investor Studentenwohnungen in Jülich bauen will. Wir sind an dieser Planung aber weder beteiligt noch kooperieren wir mit dem Investor“, sagt FH-Sprecherin Julia Bäumler. Zudem richtete sich die Projektbeschreibung vielmehr an Investoren, die aufgefordert wurden, in dieses Projekt zu investieren – natürlich mit Beiträgen in beliebiger Höhe, für die man dann Anteile an der Arkitektus GmbH erworben hätte.

Die verblüffende Aussage: „Derzeit besitzt die Arkitektus GmbH / Campus Equity 240 Studentenwohnungen in zwei Gebäuden an der FH Aachen, Campus Jülich. Das Gesamtvermögen dieser Gebäude beträgt 22.300.000,00 Euro.“ Und das alles zu einem Zeitpunkt, an dem es nicht mal einen genehmigten Bebauungsplan gibt. Dementsprechend zerknirscht zeigte sich diese Woche Gordon Lambertz von der Arkitektus GmbH auf Anfrage unserer Zeitung.

„Diese Aussagen zum Projekt sind natürlich nicht richtig. Wir haben die entsprechenden Seiten umgehend abgeschaltet. Das hätte so natürlich niemals erscheinen dürfen“, sagt Lambertz. Und weiter: „Richtig ist, dass wir mit dem Projekt beschäftigt sind und es am Standort Jülich unbedingt realisieren möchten.“ Dazu läuft bei der Stadt aktuell eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes.

Parallel, sagt Lambertz, wolle man mit den Anwohnern ins Gespräch kommen, um bestehenden Ängsten über mögliche Lärmemissionen, die mit den vielen Studentenwohnungen verbunden sein könnten, rechtzeitig auch planerisch begegnen zu können. Immerhin grenzt das Grundstück unmittelbar an die Wohnbebauung der Licher Allee und des Paffenlicher Weges in Lich-Steinstraß.

„Wir sind seit drei Jahren mit dem Projekt befasst und haben anfangs natürlich gedacht, dass wir das schneller umsetzen können“, gesteht Lambertz. Eine neuerliche Anpassung des Bebauungsplanes dürfte nun ein weiteres halbes Jahr kosten. Dann könnte, hofft Lambertz, der Bauantrag bei der Stadt eingereicht werden und das zwölf Millionen Euro schwere Projekt vielleicht doch irgendwann so weit sein, dass man für die schicke Studentenwohnung nur noch das Gepäck mitbringen muss, weil der Rest schon da ist.

Ob die Planer die Vorgaben des geänderten Bebauungsplanes überhaupt einhalten können, bleibt abzuwarten. Arkitektus dürften aber nicht die einzigen Investoren sein, die ein derartiges Projekt im Portfolio haben.