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Inden/Altdorf: Anwohner wollen nicht die Zeche für Funsport zahlen

Inden/Altdorf : Anwohner wollen nicht die Zeche für Funsport zahlen

Die Horrorvorstellung von Anwohnern der Goltsteinkuppe in Lucherberg sieht wohl so aus: Ein Trupp Holzfäller rückt dem Wald des Naherholungsgebietes mit geschärften Äxten zu Leibe, um Flächen für Freizeiteinrichtungen zu roden, die dann rund um den Indemann eintrittspflichtig werden.

Es war Sinn einer Informationsveranstaltung der Gemeinde am Donnerstag, den gut 200 Anwohnern Ängste zu nehmen. Die dreistündige Debatte dürfte nicht jeden Zweifel beseitigt, aber viele aufgewühlte Menschen beruhigt haben.

Das ließ sich einigen Stellungnahmen entnehmen. Die Gemeinde und das Aachener Planungsbüro BKR lieferten den Zuhörern Informationen bis ins Detail. Zudem besteht ab Montag, 27. April, und bis zum 28. Mai Gelegenheit, Einwände und Anregungen in das Bebauungsplanverfahren im Rathaus einzubringen. „Ein Bebauungsplan liefert die rechtlich verbindliche Plattform”, hatte Bürgermeister Ulrich Schuster eingangs erklärt.

Der Verwaltungschef versicherte den Bürgern, dass „es keine Abholzung von einem Drittel” der Baumbestände gebe und auch „keine eintrittspflichtige Veranstaltung”. Schuster und die Vertreter des Planungsbüros skizzierten, dass es maximal um eine 20 Meter breite Schneise im Hang in Höhe der geplanten Gastronomie geht - und auch nur, wenn der künftige Betrieb des Lokals am Indemann das notwendig erscheinen lässt.

Auch mit Blick auf den Lärmschutz geht es laut Bürgermeister darum, „Spielregeln aufzustellen”. Der Bebauungsplan sieht nur einen Streifen unmittelbar am Aussichtsturm vor, der eine „intensivere Nutzung” erlauben soll, der Rest des Plateaus sei den „eher ruhigen” Zonen vorbehalten.

Im Rahmen der Indeland-Projekte gebe es seit Jahren die Empfehlung, in der Gemeinde auf der Kuppe neben dem Indemann Funsport zu etablieren. Das erklärte Ajo Hinzen, Geschäftsführer von BKR. Diese Aktivitäten werden privaten Investoren überlassen. Von daher sei man, so der Bürgermeister, nicht in der Lage, „für jeden Quadratmeter eine Nutzung aufzuzeigen”.

Wenn aber gravierende Änderungen geplant werden, müsse wieder ein Verfahren mit öffentlicher Beteiligung eingeleitet werden. Die Äußerung eines Bürgers stand für die Sorgen von vielen: „Die privatrechtliche Nutzung der Kuppe darf nicht dazu führen, dass wir die Zeche zahlen!”