Jülich: Anwohner fordern Ruhe auf Kirchberger Straße

Jülich: Anwohner fordern Ruhe auf Kirchberger Straße

Große Erwartungen haben die Anwohner der Kirchberger Straße in Jülich in den Außentermin mit Landrat Wolfgang Spelthahn, der Jülicher Ortsvorsteherin Margarete Esser-Faber und Hans Pinell vom Ordnungsamt der Stadt gesetzt. Bei dem Treffen sollte eine Entscheidung getroffen werden, wie man die hohe Lärmbelästigung, der die Bewohner an der Landstraße ausgesetzt sind, eindämmen könne.

Natürlich hatten es sich auch die Vertreter der Jülicher Parteienlandschaft nicht nehmen lassen, bei dem Termin mit von der Partie zu sein. So konnten sich die Lärmgeschädigten Jülicher über die Anwesenheit von Jülichs FDP-Chef Winfried Cremerius, den Kreistagsabgeordneten Heinz-Peter Braumüller und JU-Vorsitzenden Marco Johnen freuen, die sich für ihre Belange einsetzen möchten. Hoch ging es her bei dem Treffen der Anwohner mit den Vertretern der Politik.

Die Bewohner der Kirchberger Straße machten noch einmal klar, wie sehr sie unter der Situation leiden. „Am schlimmsten ist die Lärmbelästigung durch den Schwerlastverkehr, der bereits frühmorgens über die Straße brettert und einen aus dem Schlaf reißt”, war Anwohner Bernhard Stromberg genervt. „Das Tempo mit dem die Autos und Lkw an den Wohnhäusern vorbei rasen, ist viel zu hoch. Für uns ist diese Situation katastrophal”, meldete sich eine andere Anwohnerin im Gespräch zu Wort.

Vor wenigen Wochen hatte die Stadt bereits eine Messstation an der Problemstraße aufstellen lassen, die handfeste Daten zur Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Pkw aufzeichnete. Außerdem habe es verschiedene Untersuchungen zu den gefahrenen Geschwindigkeiten an der Straßen gegeben, so Spelthahn. Das Ergebnis dieser Untersuchung war für die Anwohner jedoch ernüchternd, denn sie bestätigten ihre subjektiven Eindrücke der Lage nicht. „Es gibt keine objektiven Anhaltspunkte für regelmäßige Geschwindigkeitsüberschreitungen”, erklärte Wolfgang Spelthan.

Auch den Vorschlag der Anwohner, einen „Starenkasten” an der Landstraße zu installieren, der die Geschwindigkeitsverstöße beweisen und die Fahrer vom Rasen abhalten könne, musste Spelthahn ablehnen. Begründung: Starenkästen dürften nur an Punkten aufgestellt werden, an denen sich Unfälle häufen, was bei der Kirchberger Straße nicht der Fall sei.

Trotzdem sah der Landrat das Problem der Lärmbelästigung ein Er versprach sich, für eine Verbesserung der Situation stark zu machen.

Sein Vorschlag: Er möchte sich gemeinsam mit der Stadt und dem Ordnungsamt dafür einsetzen, die Landstraße für den Schwerlastverkehr zu sperren. Fahrer, die sich nicht daran halten, sollen dann mit einem kräftigen Bußgeld sanktioniert werden.

Hans Pinell: „Wir versuchen die Straße für Schwerlastverkehr zu sperren. Versprechen kann man aber nichts. Erstmal muss das Vorhaben in einem Verfahren mit dem Straßenverkehrsamt, der Polizei und dem Straßenbaulastträger genehmigt werden.” Immerhin sind alle Beteiligten zuversichtlich, dass die Anwohner bald wieder eine geruhsame Nacht haben werden.