Jülich: Ambulante Hilfe: Netzwerk hilft im täglichen Leben

Jülich: Ambulante Hilfe: Netzwerk hilft im täglichen Leben

Der demografische Wandel fordert Handlungsbedarf. Auch in der Stadt Jülich wird 2030 jeder dritte Bürger älter als 65 Jahre sein, und jeder zehnte zählt dann zu den Hochbetagten.

Zunehmende gesundheitliche Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit, fehlende familiäre Unterstützung und fehlende finanzielle Mitteln sind Herausforderungen, denen sich nicht nur die alten Menschen, sondern auch die Gesellschaft stellen müssen.

Auch die Stadt Jülich kennt die Problematik und versucht mit einigen Projekten die Lebensqualität ihrer älteren Bürger zu verbessern. So wurde ein Senioren Beirat ins Leben gerufen, Aktivitäten wie „Senioren ins Netz“ oder der Handwerksdienst „Senioren helfen Senioren“ gegründet. 2009 trat die Stadt außerdem dem Memorandum „Mitgestalten und Mitentscheiden — Ältere Menschen in Kommunen“ bei.

Nun wurde vom Amt für Kinder, Jugend und Sozialplanung ein weiteres Projekt initiiert. „NAH — Netzwerk ambulanter Hilfen“ ist ein Programm, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird und an dem auch unter 300 anderen Kommunen der Bundesrepublik die Stadt Jülich teilnehmen soll. In fünf Ortschaften des Stadtgebiets soll es zunächst einmal greifen. Dafür wurden intensive Gespräche mit den Ortsvorstehern geführt. Zunächst einmal werden Welldorf, Güsten, Daubenrath und Bourheim an diesem Programm teilnehmen. Ein Netzwerk soll dort errichtet werden, in dem ambulante Hilfen unterschiedlichster Art gebündelt werden und das Ansprechpartner für ältere Menschen, Demenzkranke und ihre Angehörigen und ältere Migrantinnen und Migranten sein soll. Es soll mit dazu beitragen, niederschwellige Hilfsangebote im unmittelbaren Wohnumfeld zu schaffen und es damit den älteren Menschen ermöglichen, länger selbstständig in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können.

Nach den Gesprächen mit den Ortsvorstehern hatten Amtsleiterin Katarina Esser und Projektleiterin Elisabeth Fasel-Rüdebusch zu einer Informationsveranstaltung in die Schirmerschule eingeladen. Gekommen waren Menschen, die sich ehrenamtlich im sozialen Bereich einsetzten, Mitarbeiter professioneller Institution, Vereinsvertreter und interessierte Bürger. „Ein bunt gemischter Kreis“, stellte Elisabeth Fasel-Rüdebusch zufrieden fest, nachdem Katarina Esser das Projekt vorgestellt hatte. In kleinen Arbeitsgruppen saßen sie anschließend zusammen, sammelten Ideen, warfen Fragen auf, überlegten, wo Hilfe angesetzt werden muss und auf welche Ressourcen man zurückgreifen kann. Es wurde auch überlegt, wo sich jeder selbst einbringen kann. Eine Menge an Vorschlägen, Ideen, Wünschen aber auch Einwänden wurde zusammengetragen.

Als nächster Schritt soll nun möglichst zeitnah in den vier Ortschaften eine Bürgerversammlung stattfinden, denn individuell nach den Belangen der Bewohner und vorhandenem Potential sollen die Netzwerke aufgebaut werden. Drei Jahre Probezeit hat das Projekt vor sich, und dann, so hofft Katarina Esser, hat es sich bewährt und kann auch auf andere Ortschaften übergreifen.

(Kr)
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